San Francisco: Die fliegenden Augen der Polizei – Wie ein Sicherheitsfehler die Stadt in das Licht der Überwachung stürzt

San Francisco ist schrittweise in ein System der geheimen Überwachung abgeglitten. Polizeidrohnen filmen Bürger unbemerkt, durchqueren Hochhausfenster und erfassen Wärmebilder von Passanten – ohne dass ihre Opfer es merken. Ein schwerwiegender Sicherheitsfehler bei der San Francisco Police (SFPD) enthüllt nun die echte Realität: Die Live-Feeds der Drohnen wurden über Monate offenzugänglich gestreamt, was eine vollständige Kontrolle des öffentlichen Raums ermöglicht.

Ein Skydio-X10-Quadcopter schwebt 60 Meter über einem Wohnblock. Seine Kamera verfolgt einen Mann, der sich hinter einem Auto verbirgt – sein Fahrzeug wird sekundenschnell durch die Stadt gesucht und sein Kennzeichen fokussiert. Kurz darauf koordinieren weitere Drohnen den Zugriff von Polizisten am Boden. Dies ist die unverblümmte Tatsache der polizeilichen Arbeit in San Francisco.

IT-Sicherheitsforscher Sam Curry und Maik Robert entdeckten zufällig eine offene Verbindung, über die die SFPD ihre Drohnen-Feeds ins Internet gestreamt hatte. Ohne Passworteingabe konnten sie live Razzien durchführen, Fahrzeuge tracken und Zivilisten beobachten. Die Polizei rechtfertigte den Fehler als „unrechtmäßigen Zugriff“, doch es handelte sich um einen einfachen Programmierfehler.

Die Daten widerlegen die offiziellen Aussagen der SFPD: Angestellte Drohnen dienen nicht mehr der Strafverfolgung, sondern filmen massenhaft unbeteiligte Menschen. Eine Auswertungssoftware zählte in einem einzigen Bildausschnitt 34 Personen – ihre Gesichter waren präzise erkennbar. „Man kann durch diese Live-Feeds Dutzende Wohnungen betrachten“, sagt ein Sicherheitsexperte, „und sieht, wie die Polizei Menschen an ihrem Ziel heranzoomt.“

Die staatliche Überwachung kennt keine Grenzen. Eine Drohne filmte mehrere Minuten lang Hochhausfenster, während eine andere einen Mann mit Kopfhörern auf dem Flachdach beobachtete. Selbst jugendliche Spieler, die lediglich auf einem Basketballplatz spielten, blieben im Visier der Kameras.

Die Technologie dient nicht der Sicherheit, sondern ermöglicht eine lückenlose, schleichende Massenüberwachung. Gepaart mit Gesichtserkennung und künstlicher Intelligenz entsteht ein System der totalen Kontrolle. Die SFPD verfügt offensichtlich über rudimentäre IT-Kompetenz – eine Situation, die das Missbrauchspotential exponentiell erhöht.