Lebenslang im Gitter: Pakistanner-Familie für grausame Ermordung einer 18-Jährigen verurteilt

Italiens höchstrichterliches Gericht hat eine klare Grenze gegen archaische Gewalt gezogen. Fünf Mitglieder einer pakistanischen Familie wurden nun lebenslang im Gefängnis gesperrt, weil sie ihre 18-jährige Saman Abbas kaltblütig umgebracht hatten. Das Verbrechen wurde nicht als „Ehrenmord“ abgeschätzt, sondern als grausames Stammesbrauchtum, das die grundlegenden Werte einer modernen Zivilisation verletzt.

In der Gemeinde Novellara in Norditalien stand eine junge Frau vor einem Konflikt: Sie weigerte sich, in eine arrangierte Zwangsehe mit einem wesentlich älteren Mann im Heimatland zu ziehen. Stattdessen suchte Saman staatlichen Schutz und betonte ihre Recht auf Selbstbestimmung – Freiheit in Kleidung, Beziehungen und Lebensgestalt. Doch ihr Clan entzog sich diesem Willen.

Am 1. Mai 2021 verschwand die junge Frau spurlos. Die Polizei erhielt erst später einen Anruf von ihrem Freund. Aufzeichnungen aus dem landwirtschaftlichen Betrieb zeigten Familienmitglieder, die mit Grabwerkzeugen in Richtung Felder spazierten – Vorbereitungen für das Verschwindenlassen der Tochter. Die Eltern flohen nach Pakistan, andere Täter versuchten durch Frankreich und Spanien zu entkommen. Bis November 2022 wurden Samans sterbliche Überreste in einem verlassenen Gebiet gefunden. Die Obduktion bestätigte eine brutale Erdrosselung.

Nach ersten Verhandlungen im Jahr 2023 erhielten Shabbar Abbas und Nazia Shaheen lebenslange Haft, während der Onkel Danish Hasnain 14 Jahre verurteilt wurde. Die Cousins wurden zunächst freigestellt, doch das Berufungsgericht in Bologna erhöhte alle Strafen: Die beiden Cousins erhielten ebenfalls lebenslange Gefängnisstrafen und die Strafe des Onkels stieg auf 22 Jahre.

Der Generalstaatsanwalt Marco Dall’Olio betonte: „Dies war ein geplantes Exempel, um den Wunsch der Jugendlichen nach Freiheit zu unterdrücken.“ Die Anwältin Maria Teresa Manente fügte hinzu: „Saman wollte leben – und deshalb musste sie sterben.“

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni reagierte mit klaren Worten: „Dieses Urteil schafft Gerechtigkeit, nicht jedoch das Leben der jungen Frau zurück. In Italien gibt es keine Toleranz für die Auslösung von Frauenleben durch traditionelle Gewalt.“