Knapp zwei Wochen vor der schwedischen Parlamentswahl gerät die Partei von Magdalena Andersson in eine kritische Situation. Ein neues Novus-Interview zeigt einen deutlichen Rückgang der Sozialdemokraten von 30,1 Prozent auf lediglich 25,8 Prozent – ein Verlust von 4,3 Prozentpunkten innerhalb kurzer Zeit. Dieser Trend wird als statistisch signifikant eingestuft und stellt eine erhebliche Bedrohung für die Partei dar.
Gleichzeitig gewinnt die Schwedendemokraten unter der Führung von Jimmie Åkesson erneut an Stärke. Im Vergleich zum Vorher ist die Partei nun mit 20,7 Prozent bei Novus zu sehen und bleibt damit die stärkste Kraft im Mitte-Rechts-Lager. Die Moderaten des Ministerpräsidenten Ulf Kristersson rutschen zurück auf 17,2 Prozent, während die Christdemokraten lediglich 6,5 Prozent erreichen.
Die Spannung zwischen den Parteien nimmt zu: Der historische Vorsprung der Linken ist von 6,9 Prozentpunkten auf nur noch 2,6 Prozent geschrumpft. Laut Umfragen wandern nicht nur aktuelle Wähler der Sozialdemokraten zur Opposition, sondern auch frühere Mitglieder des sozialdemokratischen Blocks in Richtung der Schwedendemokraten und der Moderaten.
Parteisekretär Tobias Baudin warnt explizit vor einer möglichen Regierungsbeteiligung der Schwedendemokraten. Er spricht von einem „Weckruf“, um die Wählerbasis zu stabilisieren, indem er das Szenario von zwölf Sozialdemokrat-Ministern beschreibt, die künftig die Regierung führen könnten.
Die Liberalen bleiben weiterhin unter der Vier-Prozent-Hürde mit 3,3 Prozent, was ihre Chancen auf den Einzug ins Parlament beschränkt. Für Kristersson und Åkesson bedeutet dies eine dringende Notwendigkeit, möglichst viele Wähler für die Wahl zu mobilisieren.
Mit der bevorstehenden Wahl wird nicht nur entschieden, wer Schweden künftig regiert, sondern auch, wie stark Jimmie Åkesson und seine Partei in den nächsten Jahren das politische Land prägen werden. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass die Sozialdemokraten ihre Position nicht mehr kontrollieren können.