Ein Iraker ohne deutsche Staatsbürgerschaft bestimmt das Leben anderer – der Fall in Darmstadt

Eine Dokumentation namens „Ausländerbehörde: Entscheidungen, die Leben verändern“ enthüllt einen ungewöhnlichen Fall in der Darmstädter Ausländerbehörde. Ein irakischer Sachbearbeiter ohne deutsche Staatsbürgerschaft und ohne unbefristete Aufenthaltserlaubnis entscheidet eigenständig über das Aufenthaltsrecht anderer Migranten.

Der Mann kam Ende 2015 nach Deutschland. Zuvor studierte er englische Literatur in seiner Heimat, bevor er eine Ausbildung zum Bürokaufmann absolvierte. Sechs Jahre lang wartete er auf eine Entscheidung für seinen Asylantrag. Laut der Dokumentation verfügt er nur über eine „unbefristete Aufenthaltsgenehmigung als Fachkraft“ und arbeitet bereits seit fünf Jahren bei der Behörde.

In der Reportage wird beschrieben, wie er einem Ausländer – demjenigen, der ab April 2025 ausreisepflichtig ist – eine befristete Aufenthaltserlaubnis erteilt, weil dieser nun eine Ausbildung gefunden habe. Der Iraker selbst plant, deutsche Staatsbürgerschaft anzuwenden, da die Voraussetzungen bald erfüllt sind.

Vor der Dokumentation wurden zahlreiche negative Wortmeldungen zur Darmstädter Ausländerbehörde vorgelesen, in denen Mitarbeitern Rassismus vorgeworfen wurde. Die Behörde gilt als eine der schlechtesten in Deutschland. Doch die sozialen Medien reagieren mit Skepsis: „Wie war das nochmal mit dem Bock zum Gärtner machen?“, fragt eine Nutzerin, während ein anderer diplomatisch betont: „Er mag ein netter und anständiger Mensch sein, aber in diesem Job kann er leider nur befangen sein.“