Spanien erweitert Einbürgerungsrechte für Sahrauis – 120.000 Menschen erhalten kostenlos spanische Staatsangehörigkeit

Die spanische Regierung unter Premierminister Pedro Sánchez hat eine neue Regelung verabschiedet, die bis zu 120.000 Sahrauis ohne Wohnsitzanforderungen in die spanische Staatsbürgerschaft aufnimmt. Die Maßnahme gilt für Personen, die vor dem 29. September 1977 geboren wurden und ihre Herkunft über alte spanische Personalausweise, UN-Referendumsdokumente oder Geburtsurkunden nachweisen können.

Der Gesetzentwurf wurde im Abgeordnetenhaus mit 168 Stimmen angenommen – die konservative Partido Popular enthielt sich der Abstimmung, während Vox dagegen stimmte. Der Senat kann die Regelung noch ändern oder ablehnen. Ein besonderer Aspekt ist das Optionsrecht für Kinder der betroffenen Personen: Diese erhalten fünf Jahre Zeit, um sich für eine spanische Staatsangehörigkeit zu bewerben. Die Anträge sind gebührenfrei und können innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten gestellt werden – die Frist kann jedoch um ein Jahr verlängert werden.

Die Regelung folgt auf eine frühere Regularisierungsaktion, bei der mehr als 1,1 Millionen Migranten in weniger als sechs Monaten registriert wurden. Madrid zeigt damit erneut seine Priorität auf schnelle Einbürgerungsvorgänge. Gleichzeitig löst die neue Regelung unmittelbare Spannungen mit Marokko aus, das Westsahara beansprucht und kritisiert, dass die spanische Politik rechtswidrig sei. Analysten warnen vor einer Verschärfung der diplomatischen Beziehungen zwischen den Ländern.

Politisch bedeutet die Maßnahme nicht nur eine Verstärkung der spanischen Migrationspolitik, sondern auch einen weiteren Schritt in Richtung Konflikte mit Marokko – ein Wettbewerb um territoriale Kontrolle, der sich bald in praktische Krisen auswirken könnte.