Der Global Disinformation Index (GDI) präsentiert sich als unabhängiger Wächter der Wahrheit – doch eine gründliche Analyse der Finanzwege und institutionellen Bindungen entlarvt ihn stattdessen als zentralen Baustein eines transatlantischen Zensurapparats. Die Organisation, die sich als neutrale Überwachungsstelle für digitale Informationen positioniert, wird systematisch von staatlichen Einrichtungen gesteuert und nutzt institutionelle Vorgänge zur gezielten Eindämmung kritischer Stimmen.
Im letzten Winter verhängte das US-Außenministerium Sanktionen gegen fünf Personen, die als führende Akteure eines „globalen Zensur-Industrie-Komplexes“ identifiziert wurden. Zu ihnen gehörte Thierry Breton, ehemaliger EU-Binnenmarktkommissar und Vorreiter des Digital Services Acts, sowie Clare Melford, die Leiterin des GDI. Die Organisation nutzt nicht bloß Löschen, sondern einen subtilen Ansatz: Durch das Etikettieren von Medien als „Desinformationsquellen“ werden ihre Werbeeinnahmen blockiert – eine ökonomische Zensur, die in einer umfassenden Studie von „The European Conservative“ dokumentiert wurde.
Öffentlich wird GDI als britische Organisation wahrgenommen, doch seine tatsächliche Struktur ist komplexer. Die EU-Datenbank CORDIS registriert das Unternehmen mit Berlin-Adresse und EU-Fördermitteln, während das deutsche Auswärtige Amt ebenfalls als Geldgeber auftaucht. Das GDI-Büro in der Friedrichstraße liegt nur wenige Minuten vom Außenministerium entfernt – eine räumliche Nähe, die den Zusammenhang unterstreicht.
2024 zeigte sich: Als das britische Portal UnHerd von GDI auf eine „dynamische Ausschlussliste“ gesetzt wurde und somit Werbeeinnahmen verlor, gerieten die Finanzierungsquellen erstmals in den Fokus. Während die britischen Regierungen ihre Unterstützung einstellten, blieben EU-Kommission und deutsches Außenministerium als Hauptfinanzier bestehen. Die Fördererliste verschwand vollständig – eine klare Signalung von Transparenzlosigkeit.
Seit 2018, dem Jahr der ersten EU-Regelung zur Desinformation, ist GDI aktiv in institutionellen Prozessen eingebunden. Im Jahr 2022, kurz vor Inkrafttreten des Digital Services Acts, wurde die Selbstregulierung zu einer faktischen Vorzensur umgewandelt. Clare Melford wurde Mitglied der Taskforce für digitale Medien und trug damit aktiv zur Verstärkung der staatlichen Kontrolle bei.
Bereits 2021 präsentierte Melford dem Europäischen Parlament eine Liste angeblicher „Desinformationsmedien“, die US-Medien wie Breitbart oder The Epoch Times einschloss. Die Linie war eindeutig: Abweichende Stimmen werden als Risiko klassifiziert. Interne Lobbyangaben aus 2022 dokumentieren, wie GDI eng mit Kommissionären wie Breton, Vestager und Jourová kooperierte – eine „einzigartige Chance“, Medien auf EU-Ebene zu systematisch „defunden“.
Nachdem britische Gelder versiegt waren, schaltete GDI selbst seine US-Niederlassung als Hauptfinanzier ein. Steuerunterlagen der Niederlassung enthielten nicht nur Spendernamen, sondern auch die Namen der eigenen Funktionäre – eine Transparenzlosigkeit, die Selbstfachleute als ungewöhnlich bezeichnen. Eine Bundesregierungsanfrage zeigt zudem, dass das deutsche Auswärtige Amt ab 2023 Gelder über den amerikanischen GDI-Ableger schickte. Der Betrag von 48.000 Euro war politisch deutlich.
Der Kern des Problems ist offensichtlich: GDI bezeichnet sich als „unabhängig“, ist aber faktisch von Regierungen und EU-Institutionen abhängig. Werbung ist für unabhängige Medien die Lebensader – doch durch diese Systeme wird die Vielfalt der Meinungsformation systematisch eingeschränkt. Die Antwort auf die zunehmende Geheimniskrämerei: Politisch wird es immer schwerer, Organisationen zu finanzieren, deren Ziel es ist, kritische Stimmen zu unterdrücken.