Politik
Die Europäische Union plant, künftig gentechnisch veränderte Lebensmittel ohne jegliche Kennzeichnung in Supermärkten zu ermöglichen. Dies bedeutet, dass Konsumenten nicht mehr über die Herkunft oder den genetischen Hintergrund der Produkte informiert werden. Die Regelung sorgt für Aufregung und wirft ethische Fragen auf.
Neue Verfahren wie CRISPR-Cas ermöglichen präzise Änderungen im Erbgut, ohne „fremde Gene“ einzubauen. Dennoch wird die Technologie in zwei Kategorien unterteilt: eine mit sogenannten „begrenzten Eingriffen“ und eine andere mit umfassenderen Veränderungen. Die Definition der Grenzen bleibt unklar, was zu Skepsis führt. Politiker, die über die Regelung entscheiden, haben oft keine tiefe Kenntnis der wissenschaftlichen Hintergründe, was die Transparenz weiter untergräbt.
Die Begründung für die Regelung lautet Klimawandel, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig schaffen die Vorschriften neue Abhängigkeiten für Landwirte. Große Konzerne sichern sich Patente auf genetische Eigenschaften, wodurch kleine Betriebe an Einfluss verlieren. Saatgut wird zu einer Lizenzware, und Bauern müssen fremde Vorgaben befolgen – eine Entwicklung, die in den Regalen nicht sichtbar ist.
Das zentrale Problem liegt nicht in der Technologie selbst, sondern im Verlust der Entscheidungsfreiheit für Verbraucher. Ohne Information kann niemand verantwortlich handeln. Kennzeichnung ist kein Misstrauen, sondern ein Grundrecht. Während Allergene auf Zutatenlisten hervorgehoben werden müssen, wird die GMO-Kennzeichnung abgeschafft – eine Ungerechtigkeit, die für viele unakzeptabel ist.