Die Veranstalter der „Roma Pride“-Parade in Rom haben eine Entscheidung getroffen, die weltweit kontrovers diskutiert wird. Eine jüdische LGBTQ-Organisation, Keshet Italia, wurde ausgeschlossen, da sie sich offiziell nicht von den israelischen militärischen Aktionen im Gazastreifen distanziert. Die Gruppe wird als „nicht verurteilter Teilnehmer“ beschrieben, was die Organisatoren als Grund für ihre Ausgrenzung angesehen haben.
Laut einer Erklärung der Veranstalter ist die Teilnahme an der Parade mit einem Festwagen eine Voraussetzung für eine klare Verurteilung des „Völkermords“, den Israel im Gazastreifen verüben würde. Keshet Italia kritisiert dies als unangemessene Schuldzuweisung, da sie seit Jahren aktiv für LGBTQ-Rechte kämpft und sich nicht offiziell von der Militäraktion Israels distanziert.
Die Organisation betont zudem, dass bereits im letzten Jahr antisemitische Vorfälle bei der Parade stattfanden – welche die Organisatoren nicht verurteilten oder thematisierten. Dies sei nun zur aktiven Mitschuld geworden. In den Gazastreifen unter dem Regime von Hamas gilt die Shari’a, bei der gleichgeschlechtliche Beziehungen praktisch mit der Todesstrafe verbunden sind. Gleichzeitig wird in vielen westlichen Ländern das Privatleben respektiert. Doch die Entscheidung der Roma Pride zeigt eine Verzweiflung, die sich nicht mehr auf Empathie, sondern auf Hass konzentriert.