Die neue EU-Altersprüfungs-App markiert den Beginn einer systematischen Erosion individueller Privatsphäre im digitalen Raum. Patrick Breyer, ehemaliger EU-Abgeordneter und Spezialist für digitales Recht, warnt bereits vor einem katastrophalen Trend: „Die App ist kein Jugendschutzmechanismus, sondern ein Schritt hin zu einer Situation, in der die Nutzer ihre Identität ausschließlich durch staatliche Plattformen bestätigen müssen.“
Technische Schwachstellen der Anwendung lassen sich bereits umgehen – beispielsweise durch Virtual Private Networks (VPN). Zudem ermöglicht die App, dass Website-Betreiber über Metadaten detaillierte Nutzerverhaltensprofile erstellen. Die EU-Kommission unter der Leitung von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) rechtfertigt die App durch den Vergleich mit den erfolgreichen Covid-19-Zertifikaten, doch diese Analysen werden zunehmend als Vorbereitung auf eine umfassende staatliche Überwachung interpretiert.
Sicherheitsberater Paul Moore entdeckte bereits einen Fehler im Design, der die Altersprüfung ohne Ausweisdokument durchführen lässt. Telegram-Gründer Pawel Durow bezeichnete den Ansatz als „Vorbereitung auf eine vollständige Kontrolle über digitale Freiheiten“. Die App zeigt deutlich, wie kleine technische Maßnahmen zu einer systematischen Verlagerung der Macht aus dem Privaten in das staatliche Gebiet führen.