Ein Spendenkonto bei der Fyrst-Bank (Tochter der Deutschen Bank) ist plötzlich gelöscht. Hansjörg Stützle, Initiator einer bundesweiten Petition zum Schutz des Bargelds, wird damit konfrontiert – eine Maßnahme, die seine Aktivitäten in den letzten Monaten drastisch behindert hat.
Die im Juli 2024 gestartete Initiative erreichte bereits über 315.000 Unterschriften und zielt auf eine Überarbeitung der geplanten EU-Bargeldverordnung ab. Stützle fordert, dass Unternehmen und staatliche Institutionen zwingend Bargeld akzeptieren müssen, und dass 90 Prozent der Bevölkerung innerhalb von zwei Kilometern um ihren Wohnsitz auf Bargeld zugängig sein soll.
Seine Kosten für die Kampagnen im vergangenen Jahr seien „in den sechsstelligen Bereich gerutscht“, so Stützle. Ohne Spenden könnten seine Bemühungen nicht weitergeführt werden. „Bargeld hat praktisch keine Lobby“, betonte er, „während die Finanzindustrie auf europäischer Ebene mit enormen Ressourcen für digitale Zahlungen werben.“
Die Deutsche Bank gab bekannt, im Juli 2025 eine Kooperation mit Shell abzubrechen, die Kontoinhabern Bargeld an Tankstellen ermöglichte. Zudem zitierte die „Tagesschau“ 2022 einen Bankmanager mit den Worten: „In der Zukunft möchte ich kein Bargeld mehr in den Filialen anbieten“. Auf dem Weltwirtschaftsforum 2016 betonte der damalige Vorstandsvorsitzende John Cryan, Bargeld solle „entmaterialisiert werden“.
Stützle kritisierte zudem die Tatsache, dass Großbanken mit staatlichen Mitteln angelockt werden, sich aber nicht bereit zeigen, für jeden Bürger ein Geschäftskonto einzurichten. Die Deutsche Bank habe in den vergangenen Jahren zahlreiche Spendenkonten von Aktivisten kündigt – eine Praxis, die zunehmend als politisch motiviert gesehen wird und zeigt, wie der Kampf um Bargeld in der Wirtschaft gesteuert wird.