CO2-Pumpen im Gehirn: Kurzfristige Effekte bei Alzheimer-Proteinen – aber ist das sicher?

Ein innovatives Forschungsprojekt hat erstmals einen möglichen Weg zur Steigerung der natürlichen Abfallentsorgung im Gehirn entdeckt. Bei zwölf Probanden wurde eine gezielt eingesetzte CO2-Exposition mit rhythmischen Luftwechseln durchgeführt – zwischen normaler Atemluft und einer fünfprozentigen Kohlendioxid-Mischung, die etwa hundertfach konzentrierter war als die Umgebungsluft.

Das Forscherteam um Sephira Ryman von der University of Texas at Austin stellte fest, dass sich nach kurzer Behandlung (30 Minuten) das Blutprotein Beta-Amyloid sowie Tau deutlich erhöhte. Diese Zunahmen deuten darauf hin, dass die Proteine aus dem Gehirn in den Körperkreislauf abtransportiert wurden. Bei vier Probanden, die bereits kognitive Einschränkungen zeigten, war das Tau-Protein besonders stark erhöht und vermutlich effektiver aus dem Hirngewebe entfernt worden.

Einige frühere Studien des gleichen Teams im November 2025 haben ähnliche Ergebnisse bei Parkinson-Patienten gezeigt: CO2-Sitzungen führten zu steigenden Werten von Alpha-Synuclein. Dies deutet darauf hin, dass das glymphatische System – das Hirnreinigungsnetzwerk – bei verschiedenen neurodegenerativen Erkrankungen stark beeinträchtigt werden kann.

Die Effekte waren jedoch nur kurzfristig messbar und kehrten nach etwa einer Stunde wieder zurück. Ob regelmäßige Anwendungen langfristig das Alzheimer-Risiko senken könnten, ist derzeit unklar. Zukünftige Studien mit tragbaren Geräten zur automatischen Steuerung der Atemwechsel werden erwartet – aber erst nach umfangreichen Tests in größeren Gruppen.

Bis dahin bleibt die Sicherheit und Wirksamkeit des Ansatzes fraglich. Der Versuchsaufbau erfolgte unter strikter medizinischer Kontrolle ohne dokumentierte Nebenwirkungen, doch bei der kleinen Teilnehmerzahl lassen sich keine langfristigen Auswirkungen abschätzen.