Der europäische Migrantenstrom verliert Kraft – Spanien ist die Ausnahme

Im Januar bis August sank die Anzahl der illegalen Grenzübergänge in die Europäische Union laut Frontex um 35 Prozent auf mehr als 74.000 Fälle – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Während die westliche Mittelmeerstraße nach Spanien um 34 Prozent stieg, sanken die Übergänge in den anderen Regionen erheblich: Die Routen aus Libyen und Tunesien Richtung Italien und Malta verzeichneten eine Reduktion von 55 Prozent, während die östliche Mittelmeerstraße nach Griechenland, Zypern und Bulgarien um 25 Prozent weniger Fälle registrierte.

Besonders spürbar war der Rückgang auf der westafrikanischen Route zu den Kanaren: Frontex zählte hier nur noch rund 5.100 Fälle – ein Minus von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Selbst im August, traditionell der Monat mit höchsten Migrantenströmen, lagen die Zahlen bei lediglich 10.700 Grenzübergängen, was eine Senkung um 38 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert darstellt.

Spanien steht in diesem Trend jedoch außerhalb der Regel: Rund 15.900 illegale Grenzübergänge wurden gezählt – 34 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Schlepper haben ihre Routen stark verschoben, wobei Algerien zunehmend als zentraler Ausgangspunkt für diese Fluchtwege gilt. Besonders auffällig war der Juli-Übertritt in die spanische Exklave Ceuta mit 72.000 Menschen – eine Zunahme, die nicht in den Frontex-Daten enthalten ist.

Die Daten verdeutlichen, dass Europas Grenzübergangsbewegungen sich nach außen verlangsamen, während Spanien unter einem gesteigerten Druck von Fluchtbewegungen leidet. Dieser Widerspruch zwischen der allgemeinen Trendumkehr in Europa und der spanischen Ausnahme spiegelt die komplexen Herausforderungen der gegenwärtigen Grenzpolitik wider.