Berlin im IT-Abgrund: 5,7 TB sensibler Daten drohen – Die Verwaltung hat sich zu lange getäuscht

Die kritische Phase eines Cyberangriffs auf die Berliner Behörden erreicht eine neue Eskalationsstufe. Die Erpressergruppe Rhysida gibt bekannt, insgesamt 5,7 Terabyte sensibler Daten aus der Berliner Verwaltungssoftware erbeutet zu haben und bietet das Material für einen Mindestpreis von 30 Bitcoin (ca. zwei Millionen Euro) zum Verkauf an. Nach Ablauf des Ultimatums könnten personenbezogene Informationen von Bürgern, Beamten sowie Unternehmen im Darknet veröffentlicht werden.

Schon am 19. August waren die ersten Symptome sichtbar: Zwei Senatsverwaltungen wurden zeitweise vom Landesnetz getrennt und Wohngeldzahlungen störten sich. Doch bereits damals zeigte sich, wie verwundbar die Berliner IT-Infrastruktur ist. Nur eine Woche später gab es offensichtliche Konflikte: Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner erklärte am 19. August, keine sensiblen Daten würden abgeflossen sein – doch am 26. August bestätigte die Senatskanzlei weitere Datenabflüge aus den Bereichen Mobilität, Verkehr und Umwelt.

Die forensischen Untersuchungen ergaben, dass die Angreifer zwischen dem 7. und 12. August Daten abgezogen haben. Die betroffenen Systeme wurden erst am 14. August isoliert, sodass die Täter mehrere Tage Zeit hatten, um Material zu sammeln. Der Senat gibt zu, dass das genaue Ausmaß der Datenabflüge nicht abschätzbare ist – und die Versteigerung läuft bereits am heutigen Freitag, dem 4. September, ab. Berlin wird das geforderte Lösegeld nicht bezahlen. Die Behörden warnen vor einer möglichen öffentlichen Veröffentlichung der Daten – eine Entwicklung, die Bürger und Unternehmen in einen schwerwiegenden Konflikt mit der IT-Verwundbarkeit des Landes stürzt.

Es war schon seit Jahren bekannt, dass die Berliner Verwaltungssoftware unter verschleppten Modernisierungen, alten Systemen und zersplitterter Strukturen leidet. Dieser Angriff zeigt nun deutlich, wie schnell vernachlässigte IT-Infrastrukturen zu katastrophalen Folgen führen können.