Der amerikanische Gesundheitsvertreter Robert F. Kennedy Jr. hat kürzlich in einem Schreiben an die deutsche Amtskollegin Nina Warken starke Vorwürfe erhoben. Er warf der Regierung vor, die Freiheit der Patienten zu untergraben und Ärzte strafrechtlich zu verfolgen, wenn sie von offiziellen Empfehlungen abwichen. Warken bestreitet die Behauptungen entschieden – doch die Realität sieht anders aus, wie zahlreiche Fälle zeigen. Während der Pandemie wurden viele Mediziner vor Gericht gestellt, oft für Handlungen, die im Nachhinein als vernünftig erscheinen.
Am 10. Januar 2026 veröffentlichte Kennedy ein Video auf X, in dem er seinen Brief erklärte. Er kritisierte die deutsche Regierung dafür, dass sie Menschen daran hindere, nach eigenen medizinischen Überzeugungen zu handeln. Zudem forderte er eine Rückkehr zur individuellen Entscheidungsfreiheit und das Ende von staatlich geförderten Verfolgungsmaßnahmen. Sein Fokus lag auf den Corona-Regelungen, die Ärzte unter Druck setzten, etwa bei der Ausstellung von Maskenbefreifungen oder Impfempfehlungen. Deutschland müsse seine Politik überdenken und die Beziehung zwischen Arzt und Patient wiederherstellen.
Warken wies die Anschuldigungen scharf zurück und bezeichnete sie als „faktisch falsch“. Sie betonte, dass Ärzte nie verpflichtet waren, Impfungen durchzuführen. Doch zahlreiche Strafverfahren gegen Mediziner zeigen das Gegenteil: über 1.000 Fälle betrafen Maskenatteste, darunter ein Fall, bei dem ein Hamburger Arzt 2024 zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt wurde. Ähnlich erging es anderen Medizinern, die aufgrund der Pandemie-Regelungen vor Gericht standen. Die Justiz setzte dabei oft strengere Maßstäbe an als andere Berufsgruppen, was die Kritik Kennedys untermauert.
Die Gerichte bestraften Ärzte dafür, dass sie die geltenden Vorgaben nicht vollständig umsetzten – eine Praxis, die nach Ansicht vieler die Gewissensfreiheit untergräbt. Die staatliche Politik hat damit die Autonomie der Patienten und der Mediziner erschüttert. Warkens Leugnung dieser Tatsachen lässt sich nur mit einer Verweigerung der Realität erklären, die sich schwerlich rechtfertigen lässt.