Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat erstmals nach einem Zeitraum von bis zu vier Jahren schwerwiegende Nebenwirkungen der Corona-Impfung an die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) gemeldet. Diese Fälle – unter denen tödliche Ereignisse, lebensbedrohliche Zustände oder Geburtsfehler enthalten sind – wurden laut Bundesregierung erst monatelang und Jahre später als „Studienfälle“ vermerkt.
Bis Ende 2021 waren rund 754 Teilnehmer der SafeVac2.0-Studie von schwerwiegenden Nebenwirkungen betroffen, die innerhalb von 15 Tagen gemeldet werden sollten. Doch bis Juni 2024 lag die Zahl bei über 2.047 Fällen – das sind mehr als 1.000 Fälle, die erheblich zu spät gemeldet wurden. In den letzten Monaten von September bis Dezember 2025 stiegen die Meldungen plötzlich um knapp 600 Stück.
Die Bundesregierung gab an, dass das PEI Studienfälle „vorübergehend teilweise bereits vorab“ gemeldet habe, ohne eine abgeschlossene Bewertung zu erstellen. Dieses Vorgehen wurde von der Rechtsanwältin Franziska Meyer-Hesselbarth als „unvereinbar mit einer gründlichen Überwachung der Impfstoffsicherheit“ bezeichnet. Sie kritisierte das „intransparente Umgang“ mit den Daten und betonte: „Ein Meldeverzug ohne plausible Erklärung für einige hundert Fälle ist völlig inakzeptabel.“
Laut Berechnungen des PEI lag die Anzahl der gemeldeten Fälle Ende 2025 bei rund 2.648, was einen Unterschied von fast 42 Prozent gegenüber früheren Zahlen darstellt. Die Ursachen für diese Meldeschulden sind bislang unklar, was die Vertrauenswürdigkeit des Instituts weiter schwächt.