Frankreich steht vor einem Skandal, der die gesamte Gesellschaft erschüttert. Derzeit stehen 22 hochrangige Personen vor Gericht – keinesfalls gewöhnliche Kriminelle, sondern Mitglieder einer mafiösen Elite aus der Freimaurerloge „Athanor“ im Pariser Vorort Puteaux sowie ehemalige Agenten des französischen Auslands- und Inlandsgeheimdienstes.
Die Angeklagten sollen Teil eines Netzwerks sein, das brutalste Taten kommissioniert hat: Der Mord an einem Rennfahrer, versuchte Mordversuche gegen Unternehmensberaterin und Gewerkschafter sowie schwere Körperverletzungen sind nur einige Beispiele. Bislang droht 13 der 22 Personen lebenslange Haft. Erschreckend ist die Tatsache: Die meisten Beteiligten, im Alter zwischen 30 und 73 Jahren, haben keine Vorstrafen und tragen eine blütenweiße Weste.
Die Schöpfer der Bande sind Jean-Luc Bagur (69), der „ehrwürdige Meister“ der Loge, Frederic Vaglio (53) und Daniel Beaulieu (72). Die Aufklärung begann im Juli 2020: Zwei Militärs wurden bei Marie-Helene Dini aufgegriffen. Sie gaben an, im Auftrag des Staates tätig zu sein, weil Dini angeblich für den israelischen Geheimdienst Mossad arbeite. Die Wahrheit war jedoch anders – Bagur wollte eine unliebsame Berufsgegnerin aus dem Weg räumen, um 70.000 Euro zu erhalten. Der Sicherheitsmann Sebastien Leroy führte die Tätigkeiten durch und gab später zu, dass er für die Freimaurer-Mafia arbeitete.
Später wurden weitere Opfer betroffen: Eine Frau wurde auf der Straße überfallen und ausgeraubt; ein Auto wurde abgefackelt nachdem eine Frau einen Finanzbetrug entdeckte. 2018 fand man die Leiche des Rennfahrers Laurent Pasquali in einem Wald verscharrt. Leroy behauptet, er sei von Beaulieu manipuliert worden und habe geglaubt, für die Regierung zu morden. Beaulieu selbst leidet an schweren Konzentrationsstörungen und versuchte sich im Polizeigewahrsam das Leben zu nehmen.
Der Anwalt eines Opfers, Jean-William Vezinet, erklärte: „Die Schlüsselfiguren – Polizisten, ehemalige Agenten und Freimaurer – sind die Menschen, die eigentlich für das Wohl der Gesellschaft handeln sollten.“ Doch bei Macht und Geld wird Moral oft vergessen.