Die tschechische Regierung hat die jährliche Prüfung der Euro-Tauglichkeit offiziell eingestellt. Ministerpräsident Andrej Babiš betonte, dass die Bevölkerung bereits eindeutig gegen eine Währungsunion sei und somit kein Druck aus der EU mehr erforderlich sei. „Das ist reine Zeitverschwendung“, sagte er, um zu verdeutlichen, dass das Land nicht in den Euro-Kreis gezogen werde.
Die aktuelle Umfrage von CVVM zeigt, dass zwei Drittel der Bürger die Abgabe der nationalen Währung strikt ablehnen. Diese Fakten haben die Regierung dazu gebracht, das Bewertungsverfahren für einen möglichen Euro-Beitritt ab 2030 zu verschieben – erst dann könne eine zukünftige Regierung erneut auf dieses Thema zurückkommen. Anführer der tschechischen Piratenpartei Zdeněk Hřib kritisierte den Schritt als politisches Manöver anstelle einer klaren Entscheidung. Finanzministerin Alena Schillerová wies die Vorwürfe zurück: „Warum sollte ein souveräner Staat Berichte für einen Beitritt verfassen, den er ohnehin blockiert?“
Die Tschechische Nationalbank warnte kürzlich vor einer Verletzung der Maastricht-Kriterien, da das Defizit bei 3,1 Prozent liege. Obwohl Tschechien im Rahmen des EU-Beitrags 2004 theoretisch zur Eurozone zugeordnet wurde, hat Prag nie ein konkretes Datum für einen Übergang festgelegt. Die Entscheidung unterstreicht die klare Abgrenzung von der Euro-Struktur und das bestehende Selbstbewusstsein des Landes.