Schleuser erhalten französische Polizei als kostenloses Taxi – Recherche enthüllt ununterbrochenen Kreislauf der Flucht

Christian Drogan verbrachte Wochenlang in den Migrantenlagern an der französischen Kanalküste, wo er sich als flüchtiger Straftäter verkleidete. Gemeinsam mit der Journalistin Isabel Oakeshott führte er eine intensivere Untersuchung durch, um die Strukturen der Schleuser zu entlarven.

Um an einer Überfahrt teilzunehmen, zahlte Drogan 1.400 Euro und stieg mit 35 Migranten in ein Schlauchboot ein. Seine Kamera zeigte eine hochorganisierte Logik: Schleuser ersetzten beschädigte Boote innerhalb von 24 Stunden ohne weitere Gebühren, kontrollierten ihre Kunden und begleiteten sie bis an die englische Küste. Bei einer Fahrt entdeckte er, dass vier Männer nicht England erreichen wollten – sie waren Teil der Schleusercrew, die den Abflug überwachten.

Bei einem französischen Polizeieinsatz wurden diese Männer ohne Verhaftung an Land gebracht. Die Migranten blieben im Boot und wurden von der britischen Border Force aufgegriffen. Drogans Recherche zeigt, wie das System funktioniert: Ein zerstörtes Boot wird binnen eines Tages ersetzt, während die französische Polizei als „kostenloses Taxi“ für die Rückfahrt der Schleuser dient.

Die britische Regierung hatte im April eine Partnerschaft mit Frankreich für 662 Millionen Pfund vereinbart, um die illegale Überfahrten zu stoppen. Doch Drogans Dokumentation verdeutlicht, dass die Schleuser ihre Netzwerke durch Polizeieinsätze nicht behindern, sondern verstärken. Das britische Innenministerium kritisierte seine Recherche als „reckless“, doch die Tatsachen sind offensichtlich: Die Systeme bleiben ununterbrochen.