Meere absorbieren mehr CO2 als gedacht – Klimamodelle werden von Wissenschaftlern überarbeitet

Neue Ozeanforschung offenbart eine komplexe Realität, die traditionelle Klimamodelle erheblich übertreffen. Studien aus den Jahren 2024 bis 2026 zeigen deutliche Abweichungen zwischen theoretischen Vorhersagen und realen Messwerten: Während politische Klimaszenarien eine einfache Zusammenhänge zwischen CO2-Emissionen und Meerewärme voraussehen, belegen Daten, dass polare Schelfmeere bei mariner Hitzewellen bis zu 11,0 ± 1,6 Prozent mehr Kohlenstoff aufnehmen als im offenen Ozean.

Die Arbeit von Hu et al. (2026) in Nature Communications ergab, dass die globale CO2-Aufnahme durch Schelfmeere während solcher Ereignisse stark ansteigt – ein Phänomen, das Wissenschaftler als direkten Widerspruch zu den klassischen Annahmen interpretieren. Gleichzeitig stellte das „Global Carbon Budget 2025“ von Friedlingstein et al. (2026) klar: Die Meere haben bislang rund 29 Prozent der menschengemachten CO2-Emissionen des Jahrzehnts absorbiert, ohne dass diese Zahl in politischen Klimabewertungen berücksichtigt wird.

Die Unsicherheiten sind noch größer als gedacht. Modelle schätzen die jährliche Kohlenstoffaufnahme der Weltmeere für 2015–2024 auf etwa 2,7 Gigatonnen, während beobachtungsbasierende Methoden 3,3 Gigatonnen erreichen – eine Abweichung von bis zu 20 Prozent. Besonders auffällig ist die regionale Diversität: Im Südpolarmeer, einem zentralen CO2-Senke, fehlen Daten während der Wintermonate, was zu falschen saisonalen Schätzungen führt. Eine Studie aus dem Jahr 2025 zeigte beispielsweise, dass lediglich 63 Forschungsfahrten die globale CO2-Korrektur für den Zeitraum 2018–2022 um mindestens 0,27 Petagramm pro Jahr verändert haben.

Während die Wissenschaft diese Komplexität durch konsequente Korrekturen und verbesserte Messverfahren adressiert, setzen politische Klimaszenarien immer noch vorgegebene Formeln ein – ohne die dynamischen Prozesse der Ozeane zu berücksichtigen. Die Daten unterstreichen deutlich: Der globale Kohlenstoffkreislauf ist zu komplex, um langfristige politische Entscheidungen auf Kommastellen vorzubeziehen.

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