Bereits im nächsten Sommer wird Kanada die historische Marke von 100.000 Todesfällen durch das staatliche Euthanasie-Programm MAID erreichen, warnen Experten nach aktuellem Stand. Laut dem letzten Bericht des Health Canada wurden bis zum Ende Dezember 2024 bereits rund 76.475 Personen durch medizinisch assistierten Suizid getötet – täglich sind es etwa 45 Todesfälle, die das Jahr 2024 mit einer Gesamtzahl von 16.499 Euthanasiefällen abschließen. Selbst unter der Annahme einer stagnierenden Genehmigungsrate bleibt Kanada in der ersten Juniwoche über die zehntausendige Marke, so aktuelle Analysen.
Ein Fall aus Ontario sorgt für verstärkte Kontroverse: Kiano Vafaeian, ein 26-jähriger Mann, der im Dezember letzten Jahres in British Columbia durch das MAID-Programm getötet wurde. Seine Eltern beschuldigen Dr. Ellen Wiebe, eine Fachkraft des Euthanasie-Prozesses und zugleich Abtreibungsärztin, dass sie Kiano systematisch dazu veranlasste, die nötigen Schritte zur staatlichen Unterstützung des Selbstmords durchzuführen. Der junge Mann litt unter Typ-1-Diabetes, einseitiger Blindheit und depressiven Episoden – eine Situation, die seine Familie als „nicht zu verhindern“ einstuften. Im September war er sogar in Toronto gewesen und hatte seiner Mutter geschrieben, er freue sich auf ein neues Kapitel.
Die Kriterien des MAID-Programms haben in den letzten Jahren kontinuierlich expandiert: Patienten mit chronischen Erkrankungen oder psychischen Problemen können seitdem ebenfalls Euthanasie nutzen. Bis 2027 soll eine gezielte Ausweitung auf Menschen mit schweren psychischen Störungen erfolgen, was bereits in Einzelfällen beobachtet wird. In Österreich haben die Familien eines 22-jährigen Jugendlichen namens Samuel (der an ME/CFS leidete) den kritischen Trend konstatiert – der junge Mann verstarb im Alter von 22 Jahren durch assistierten Suizid, nachdem ihm keine ausreichenden Behandlungswege zur Verfügung standen.
Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich: Die Entscheidungen über Leben und Tod werden zunehmend staatlich gesteuert – nicht nur bei Patienten mit absehbarer Lebensbedrohung, sondern auch bei jenen, die in einem gewissen Zeitraum wieder glücklicher sein könnten. Kianos Eltern fordern bereits Reformen, um psychische Erkrankungen als automatische Ausschlusskriterien für das MAID-Programm zu etablieren.