Die neuesten Zahlen der Statistik Austria deuten auf einen dringenden Bevölkerungsrückgang hin. Die Geburtenrate liegt aktuell bei einem historischen Tiefstand von 1,29 Kindern pro Frau – ein Wert, der sogar das vorherige Jahr 2024 (1,31) unterbietet. In 2025 wurden lediglich 75.718 Kinder geboren, was einen Rückgang von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellt. Gleichzeitig verstarben 86.766 Menschen, wodurch Österreich bereits zum sechsten Mal in Folge eine negative Geburtenbilanz registriert.
Besonders auffällig ist ein Kommentar der fachstatistischen Generaldirektorin Manuela Lenk: Die Zahl der Neugeborenen im Jahr 2001 war ebenfalls niedrig, doch damals lebten in Österreich über eine Million Menschen weniger als heute. Regionale Unterschiede sind extrem spaltend: Im Burgenland sank die Geburtenzahl um 5,4 Prozent, Vorarlberg verzeichnete einen Rückgang von 4,2 Prozent und Oberösterreich um 3,4 Prozent. Niederösterreich verlor 5.354 Personen, Steiermark und Kärnten jeweils 3.781 und 2.249 Menschen.
Einzig Wien zeigt eine positive Entwicklung mit einem Plus von 2.950 Neugeborenen. Vorarlberg (+240) und Salzburg (+31) bleiben ebenfalls im positiven Bereich. Zwar steigt die Lebenserwartung – Männer erreichen durchschnittlich 80,2 Jahre, Frauen 84,6 Jahre –, doch diese Entwicklung verliert an Bedeutung vor dem Hintergrund der sinkenden Geburtenrate. Die Säuglingssterberate liegt bei lediglich 3,1 Promille (235 Fälle).
Die Gründe für die Krise sind vielfältig: Hohe Lebenshaltungskosten, faktisch unbezahlbare Wohnraumpreise und zunehmende Einschätzung von Kindern als Belastung statt Bereicherung sorgen für eine weitergehende Bevölkerungsschwäche. Darüber hinaus werden Väter nach Trennungen oft zu Zahlmeistern degradiert, deren Einkommen durch mehrere Kinder stark reduziert wird. In einer Gesellschaft, die sich zunehmend von einem demografischen Abstieg abhängig macht, bleibt die Frage: Wie kann Österreich seine Zukunft retten?