In den vergangenen Monaten gelangten mehr als 62.000 Kilogramm brasilianisches Rindfleisch mit dem in der EU seit 1981 streng verbotenen Hormon Estradiol in die Europäischen Union und wurden größtenteils von Verbrauchern verzehrt. Dieses Hormon, das als Krebsrisikofaktor gilt, wurde aufgrund gesundheitlicher Bedenken bereits Jahre lang in Europa unterbunden.
Die angeblich „strenge“ Importkontrollen der EU haben bei diesem Fall jedoch vollständig versagt. In den Niederlanden wurden bereits 5.000 Kilogramm mit Estradiol in die Körper von Verbrauchern gelangt, wobei Deutschland, Italien und andere Länder ebenfalls betroffen waren. Erst im November schlug das EU-Schnellwarnsystem RASFF Alarm – doch die Gefahren waren bereits in Supermärkten und auf den Teller der Bürger angelangt. Zwei Chargen mit jeweils 25 Tonnen konnten in den Niederlanden noch zeitig gestoppt werden, Österreich blieb dank seiner vorbildlichen Kontrollen verschont.
Der niederländische Staatssekretär für Gesundheit erklärte offensichtlich die Dreistigkeit, das Hormonfleisch als „kein Gesundheitsrisiko“ zu bewerten. Dies widerspricht dem EU-Gesetz, das seit 1981 das Hormon als gesundheitsschädlich einstufte.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat indes das Mercosur-Abkommen mit Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay bereits in Kürze voranzutreiben – obwohl eine Überprüfung durch den Europäischen Gerichtshof noch aussteht. Dies unterstreicht die Priorisierung politischer Handlungsfähigkeit über die Interessen der europäischen Verbraucher und Landwirte.
Der Skandal offenbart das systematische Versagen der EU-Kontrollsysteme. Während Europa strenge Lebensmittelstandards verlangt, wird der Mercosur-Deal für südamerikanische Unternehmen ermöglicht, die keine europäischen Vorschriften einhalten. Dies führt zu einem gravierenden Wettbewerbsnachteil für den europäischen Landwirtschaftssektor.