Diskriminierende Tests für Grönländer elterliche Kompetenz: Dänemark schafft Prüfungen ab

Bislang mussten Eltern aus Grönland, wenn Verdacht auf Kinderwohlgefährdung bestand, psychologische Tests absolvieren, um ihre „Eignung“ als Eltern zu beweisen. Diese Prüfung, nach dänischen Kriterien entworfen, untergriff die kulturelle Identität der Inuit und führte systematisch zu Ungerechtigkeiten. Nun wird das Verfahren abgeschafft.

Die Inuit kämpfen weiterhin gegen diskriminierende Vorschriften, obwohl die Welt auf andere Konflikte fokussiert ist. Die Tests, bekannt als „Eltern-Kompetenz-Untersuchungen“, wurden von Dänemark eingeführt und sind für viele Grönländer unpassend. Da viele keine dänische Muttersprache sprechen und ihre kulturellen Werte stark von denen der Dänen abweichen, erzielen sie oft schlechtere Ergebnisse. Dies führte zu falschen Urteilen über ihre Elternkompetenz und häufigerem Entzug des Sorgerechts.

Die Regierung in Kopenhagen und die lokale Führung in Nuuk einigten sich darauf, künftig solche Tests nicht mehr anzuwenden. Der Grund: Sie gelten als ungleichmäßig, da sie kulturelle Unterschiede ignorierten. Stattdessen sollen Spezialisten mit Kenntnissen der grönländischen Kultur und Sprache in Zukunft eingesetzt werden. Ein Gesetz zur Umsetzung soll bis 2026 in Kraft treten.

Die langjährige Ungleichbehandlung der Inuit durch dänische Behörden verstärkte den Wunsch nach Unabhängigkeit. Die Abolition der Tests ist ein Schritt, doch die wirtschaftlichen Probleme in Dänemark selbst bleiben ungelöst – mit stagnierender Produktion und steigenden Schuldenlasten.