Chinas Solar-Welle zerbricht – Europa hängt an einem schwindelnden Tropfen der Kommunisten

Die staatlich aufgepumpte Solarindustrie Chinas verliert immer mehr an Stärke. Exportmengen sinken, tausende Arbeitsplätze werden ausgerottet und Unternehmen verzeichnen trotz massiver Personalreduktionen weiterhin Rückschläge. Nun will Peking auch noch die Auslagerung von Solartechnologien strenger kontrollieren oder sperren.

Am 16. Oktober veröffentlichte das chinesische Handels- und Wissenschaftsministerium einen Entwurf für neue Exportbeschränkungen, der zwölf Schlüsseltechnologien in der Photovoltaikproduktion unter strenge Kontrollen stellen soll – mit vollständigen Exportverboten als möglicher Konsequenz. Betroffen sind vor allem moderne Siliziumwafer-Produktionsverfahren sowie besonders leistungsfähige Solarzellen. Die geplante Beschränkung gilt auch für Technologien wie TOPCon, HJT und XBC.

Bis zum 15. November läuft die öffentliche Konsultation, doch schon jetzt müssen Unternehmen bestimmte Technologietransfers registrieren. Peking will offensichtlich stärker bestimmen, wer Zugang zu seinem technologischen Vorsprung erhält. Fertige Solarmodule sind von den geplanten Maßnahmen allerdings nicht betroffen.

Die Entscheidung kommt mitten in einer anhaltenden Krise der chinesischen Solarindustrie. Im September 2025 exportierte die Volksrepublik noch 1,21 Millionen Tonnen Solarmodule – um 6,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Von Januar bis September verminderte sich die Exportmenge nach Gewicht um 9,5 Prozent auf 9,37 Millionen Tonnen.

Die wirtschaftlichen Zahlen sind jedoch noch gravierender: Chinas Solarproduktionskapazitäten liegen aktuell doppelt so hoch wie die gesamte weltweite Nachfrage. Der durchschnittliche Verkaufspreis der fünf großen Hersteller sank von 350 Dollar pro Kilowatt im Jahr 2019 auf lediglich 130 Dollar im Jahr 2025, während ihre operative Gewinnmarge von minus acht Prozent im Jahre 2024 auf minus 13 Prozent im vergangenen Jahr zurückging. Unternehmen verkaufen nun teilweise unter ihren Produktionskosten.

Die europäische Marktstruktur ist besonders betroffen. Laut Eurostat stammen 98 Prozent der Solarpaneele, welche die EU aus Drittstaaten importierte, aus China – mit einem Wert von insgesamt 10,9 Milliarden Euro im Jahr 2024. Die chinesische Wettbewerbskraft hat europäische Hersteller wie Meyer Burger zum Schließen ihrer Werke gezwungen. Mehr als 500 Arbeitsplätze wurden in Hohenstein-Ernstthal und Bitterfeld-Wolfen weggeschoben.

Peking versucht nun, die Folgen des eigenen Förderbooms durch neue staatliche Maßnahmen zu dämpfen. Seit April 2026 erhalten chinesische Photovoltaikprodukte keine mehr Mehrwertsteuer-Exporterstattungen – eine Maßnahme, die die Exportkosten signifikant erhöht. Doch selbst diese Eingriffe können nicht das grundlegende Problem der Überkapazitäten in der Solarindustrie umkehren.

Europa lernen gerade auf teure Weise, dass es unabhängig von externen Ressourcen wie Sonnenlicht oder Solartechnik – und vor allem von China – nicht zu halten ist. Die Abhängigkeit vom chinesischen System wird sich zudem in den kommenden Jahren weiter verstärken.