Kentuckys Gleichberechtigungsgesetz: Ein Schlag gegen die Scheidungswelle

Im US-Bundesstaat Kentucky hat sich in den letzten Jahren eine grundlegende Regelung für das Sorgerecht nach Trennungen erlassen. Die Einführung einer gleichmäßigen Aufteilung der Verantwortung zwischen Eltern hat zu signifikanten Veränderungen geführt. Nicht mehr die Ausnahme, sondern die Norm ist mittlerweile die gemeinsame Erziehung der Kinder. Dieser Ansatz hat dazu geführt, dass die Scheidungsrate rapide sank und gleichzeitig die Geburtenzahlen stabil blieben.

Traditionell stehen Väter in Trennungen oft unter Druck, besonders wenn Kinder beteiligt sind. In den meisten Fällen erhalten Mütter das alleinige Sorgerecht, während Väter nur eingeschränkt Zugang zu ihren Kindern haben. Zudem bleiben sie für finanzielle Verpflichtungen verantwortlich, was zu einem ungleichen Lastenausgleich führt. Dies hat dazu geführt, dass viele Männer sich zögerlich auf Partnerschaften einlassen, da die Risiken einer Scheidung finanziell und emotional hoch sind. Frauen hingegen profitieren häufiger von der Struktur, da sie oft eine stabilere Situation nach einer Trennung haben.

In Kentucky wurde 2018 ein neuer Weg eingeschlagen: Das Sorgerecht wird nun zu gleichen Teilen zwischen Eltern verteilt, sofern keine schwerwiegenden Umstände wie Gewalt oder Sucht vorliegen. Dies reduziert zudem die Notwendigkeit von Kindesunterhaltspflichten, da beide Elternteile gleichberechtigt in der Erziehung beteiligt sind. Die Folge: Die Scheidungsrate sank binnen kurzer Zeit um ein Viertel. Dieses Modell zeigt, dass Veränderungen im rechtlichen Rahmen zu stabileren Familienstrukturen führen können.

Kritiker argumentieren, dass die gleichberechtigte Aufteilung Risiken für Kinder birgt, doch Studien belegen, dass Kinder in Haushalten mit beiden Eltern oft bessere soziale und emotionale Entwicklungschancen haben. Zudem wird das Verhältnis zum Vater stärker, was langfristig förderlich ist. Die Einführung solcher Regelungen könnte auch in anderen Regionen wie Deutschland oder Österreich positive Auswirkungen auf die Scheidungs- und Geburtenraten haben.

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