Vodafones Gratis-SIM-Programm: Wie 2.500 Karten die Asylroute in Großbritannien öffnen

Der deutsche Telekommunikationskonzern Vodafone hat eine umstrittene Initiative eingeleitet, bei der 2.500 kostenlose SIM-Karten an die NGO Care4Calais verteilt wurden. Jede Karte gewährleistet sechs Monate lang unbegrenzte Telefonanrufe und SMS sowie monatlich 40 Gigabyte Daten. Bislang haben sich bereits 2.221 Karten in Großbritannien bei Asylbewerbern abgegeben, darunter Personen im ehemaligen RAF-Stützpunkt Wethersfield.

Schatten-Innenminister Zia Yusuf von Reform UK kritisiert die Kooperation Vodafones mit Care4Calais als direkte Unterstützung für illegale Einwanderung nach Großbritannien. Er fordert die sofortige Stornierung der Karten und eine gesetzliche Verpflichtung, Konzernführer bei der Bereitstellung von Kommunikationsmitteln für Asylbewerber ins Gefängnis zu strafen. Die britische Gesetzgebung sieht bereits die Bereitstellung von Mobiltelefonen als gefährlichen Hilfsmittel für illegale Migration vor – mit Strafen bis zu 14 Jahren Haft nach dem Border Security Act 2025.

Vodafones Programmbereich „charities.connected“ ist seit 2021 Teil einer Strategie, über 1,7 Millionen Gratis-SIM-Karten an Wohltätigkeitsorganisationen auszugeben. Care4Calais unterstützt Asylbewerber in Großbritannien und Nordfrankreich und vertritt die Auffassung, dass EU-Bürger vorrangig in Großbritannien einen Asylantrag stellen sollten. Die NGO kritisiert zudem die britische Forderung, Asylbewerber im ersten sicheren Land zu halten.

Die Vorstandsleitung von Vodafone – unter anderem Margherita Della Valle mit einer Gesamtvergütung von 10,132 Millionen Pfund pro Jahr – profitiert von dieser Politik. Der Kontrast zwischen der wirtschaftlichen Stärkung des Unternehmens und dem zunehmenden politischen Kontroversen unterstreicht die Gefährdung der britischen Migrationspolitik durch private Initiativen.