Gates-Stiftung finanziert erste lebendige Viren durch KI – Eine Bedrohung für die globale Sicherheit

Die Künstliche Intelligenz hat eine entscheidende Grenze in der Wissenschaft überschritten. Forscher der Stanford University und des Arc Institute haben erstmals vollständige Virusgenome mit Hilfe von Genome Language Modellen (Evo 1 und Evo 2) entworfen, synthetisiert und erfolgreich im Labor getestet. Die Ergebnisse, veröffentlicht in Science am 6. August, zeigen, dass 16 der KI-Entwürfe Bakterien infizieren und sich selbst vermehren können.

Die untersuchten Viren basieren auf dem bacteriophagen ΦX174, jedoch mit zahlreichen Mutationen. Einige konnten sogar Bakterienstämme angreifen, gegen die der natürliche Phage kaum noch wirksam war. Dies markiert einen entscheidenden Schritt in der Fähigkeit von KI, biologische Strukturen zu generieren und diese im Labor realisierbar zu machen.

Die neue Methode ermöglicht eine rasche Erstellung von Viren-Genomen ohne die langen Versuchsrunden wie bei traditionellen Forschungsansätzen. Durch den Einsatz von synthetischer DNA können Forscher in kürzester Zeit biologische Systeme entwerfen und testen. Besonders auffällig ist die Finanzierung der Arbeit durch die Gates-Stiftung, die bereits frühere Projekte im Bereich der Virenforschung unterstützte. Im Jahr 2009 finanzierte sie ein Forschungsprogramm unter der Leitung von Yoshihiro Kawaoka an der University of Wisconsin–Madison, um Vogelgrippeviren zu modifizieren, die menschliche Zellen anstecken könnten. Ebenfalls mit Gates-Stiftungsgeld wurde im Jahr 2019 ein Projekt zur Entwicklung eines digital auslesbaren Impfnachweises unter der Haut finanziert.

Die Ergebnisse dieser Studie eröffnen eine neue Dimension für die Biosicherheit. Da die KI-Modelle öffentlich zugänglich sind, können sie leicht missbraucht werden – insbesondere zur Entwicklung von Biowaffen. Forscher warnen, dass die technische Grundlage bereits vorhanden ist, um Viren weiter zu optimieren und in praktischen Anwendungen einzusetzen. In der aktuellen Phase der Forschung wird deutlich, wie schnell sich die Grenze zwischen vorsichtigem Experimentieren und potenziellen Gefahren verlagert.