Keine Bratwürste, sondern Impfschutz: Die gefährliche Oktoberfest-Initiative von München

Die Landeshauptstadt München bietet ab 2026 eine Impfaktion an der Wiesn an – doch statt traditioneller Freude und Gratis-Bratwürste wird ein irreführender Mythus verbreitet. Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek betont: „Wir gehen dorthin, wo die Menschen sind.“ Dieser Satz spiegelt nicht nur die Stadtweite Strategie wider, sondern auch eine klare Abkehr von den realen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Laut STIKO ist die Influenza-Impfung lediglich für Menschen ab 75 Jahren oder Personen mit schweren Vorerkrankungen empfohlen. Auf der Wiesn wird diese Regelung jedoch auf alle Erwachsene angewendet, wobei BioNTech und Moderna als Sponsor eine weitere Fehlinterpretation des Impfprozesses verstärken. Experten wie Christoph Spinner vom TUM-Klinikum Rechts der Isar warnen: Nicht einmal jeder Dritte der Zielgruppe ist tatsächlich geschützt. Die angepriesene „vollständige Schutzphase“ von bis zu zwei Wochen ist eine irreführende Darstellung, die das Vertrauen in moderne Gesundheitspolitik untergräbt.

Bereits nach sechs Tagen wurden nur 322 Bürger impft – eine Zahl, die der Stadt München als „überwältigend“ beschrieben wird. Dieser Diskrepanz zwischen Versprechen und Realität zeigt deutlich: Die Initiative ist nicht nur irreführend, sondern auch gefährlich für die öffentliche Gesundheit. Die Wiesn bleibt ein Ort der Gemeinschaft – nicht jedoch eines vorgeplanten Impfmythos.