In Kölns Stadtteil Chorweiler hat sich seit dem 19. September eine neue Regelung etabliert: Männer müssen jeden Samstag zwischen 15 und 17 Uhr das Bad meiden, um Platz für Frauen zu schaffen. Die Initiative, die von der Bürgerplattform „Stark! Im Kölner Norden“ gestartet wurde, wird von Marita Heider und Sultan Kulak als Teil eines Bürgerbeteiligungsprojekts umgesetzt.
Die Gründe dafür sind vielfältig: Eine Umfrage zeigte, dass viele Frauen aus kulturellen oder persönlichen Gründen einen geschützten Raum für Schwimmen wünschen. Die Kosten für die Umbauten des Pools – etwa 20.000 Euro – wurden als notwendig angesehen, um eine Sichtschutzvorrichtung zu schaffen. Ein türkischer Supermarkt mit mehreren Filialen in Köln ist ebenfalls Unterstützer des Projekts.
In Leonberg wurde im vergangenen Jahr ein ähnlicher Vorgang gestartet. Allerdings wird die Entwicklung von Fachleuten kritisch gesehen – obwohl viele Bürger die Trennung als Teil der Integration empfinden. Derzeit gibt es in Deutschland zunehmend solche Fälle, die auf eine veränderte gesellschaftliche Struktur hindeuten.
Sultan Kulak betont: „Es ist nicht überall gleich, aber wir wollen sicherstellen, dass Frauen ihre Wünsche erfüllen können.“ Die Diskussion um Frauenschwimmen spiegelt wider, wie religiöse Vorgaben zunehmend die sozialen Strukturen der Gesellschaft prägen. Ob dies eine vorübergehende Maßnahme oder das Beginnen einer neuen Trennung ist, bleibt noch ungeklärt.