In einem provisorischen Wohngebiet im spanischen Ceuta wurde eine 17-jährige Marokkanerin halb bewusstlos und schwer verletzt entdeckt. Sie blutete im Genitalbereich, konnte sich nicht mehr halten und brach vor den Augen der Polizeibeamten zusammen. Zwei Mal musste die Einsatzmannschaft des spanischen Strafverfolgungsbeamten (UIP) das Mädchen reanimieren, bevor sie ins Universitätskrankenhaus gebracht werden konnte. Die Polizei vermutet, dass der Jugendlichen eine betäubende Substanz verabreicht worden sei.
Der Fall liegt im Kontext einer stark angestiegenen Zahl sexueller Übergriffe in Ceutas Migrantenlagern. Zwischen dem 30. Juli und dem 14. September eröffneten die spanischen Gerichte bereits 37 Verfahren, bei denen 39 Opfer identifiziert wurden – 38 Frauen und ein Mann. Insbesondere 14 der Betroffenen waren minderjährig. Bislang konnten nur 19 von 37 Tatverdächtigen identifiziert werden, während weitere Fälle aufgrund von Schwierigkeiten bei der Ermittlung zurückgestellt wurden.
Der Regierungschef von Ceuta, Juan Jesús Vivas, gab im September an, dass rund 4.500 Migranten im Bereich des Strandes El Trampolín leben. Das Lager hat sich seit der Invasion Ende Juli stark vergrößert und jetzt auch auf den benachbarten Strand Benítez ausgedehnt. Gleichzeitig bleibt die Lage für viele Mädchen und Frauen katastrophisch: Aufgrund von Stigmatisierung und Scham scheinen viele Opfer ihre Anzeige zu verschieben, was die Ermittlungen erschwert.
Die sozialistische Regierung in Madrid hat den lokalen Behörden weiterhin keine ausreichende Unterstützung für die Lösung des Problems gewährt. Die Polizei berichtet über einen kontinuierlichen Anstieg von sexuellen Gewaltvorfällen, die oft unbemerkt bleiben – ein Zustand, der sich langfristig auf das Sicherheits- und Gesundheitssystem der Region auswirken könnte.