Während Madrid zahlreiche Erwachsene aus Marokko nach dem Massenstrom zu Ceuta zurückgeschoben hat, wird die Gruppe der scheinbar unter 18-Jährigen ein anderes Schicksal erleben. Laut Spaniens Jugendministerin Sira Rego befinden sich bereits 1.342 Personen im spanischen Asylsystem – viele werden auf das Festland verlegt und erhalten damit Zugang zu Sozialleistungen, Aufenthaltsrechten sowie einer zukünftigen Arbeitsperspektive.
Doch die Realität ist bedauerlicherweise komplexer: In fast jeder fünften Altersfeststellung im Jahr 2024 stellte sich heraus, dass der angebliche Minderjährige bereits volljährig war. Trotzdem wird das System so umgesetzt, dass diese Personen zunächst auf dem Festland bleiben – und erst später eine genaue Prüfung durchgeführt wird.
Der spanische Staat hat einen klaren Vorteil geschaffen: Wer als „unbegleiteter Minderjähriger“ registriert wird, erhält nicht nur staatliche Betreuung, sondern auch die Möglichkeit einer Arbeitserlaubnis ab 16 Jahren. Die rechtlichen Schritte zur Aufenthaltsgenehmigung sind äußerst effizient gestaltet. Selbst bei vollständigem Erwachsenenstatus bleiben diese Personen auf dem Festland – sofern ihre Alterangaben erfolgreich manipuliert werden.
Die spanische Generalstaatsanwaltschaft dokumentiert bereits seit Jahren eine Vielzahl von Fällen, in denen Altersdokumente korrupt oder irrtümlich ausgewertet wurden. Im vergangenen Jahr wurden 7.562 Altersfeststellungen durchgeführt, bei denen 39,1 Prozent der Betroffenen erwachsen waren.
Ein weiteres Problem ist die Abhängigkeit von Dokumenten: Viele Migranten erlangen in Herkunftsländern Pässe mit falschem Geburtsdatum. In einigen Fällen werden sogar Dokumente erst nach der Einreise erstellt, um die Altersfeststellung zu ermöglichen.
Zusätzlich zeigt sich die Unzulänglichkeit des Systems an den regionalen Widerständen: Während Madrid die Umverteilungsregelungen festlegt, müssen die Regionen die tatsächliche Betreuung übernehmen. Dies führt zu einer Vielzahl von Problemen bei der Rückführung nach Marokko.
Ende 2024 wurden lediglich acht Migranten zurückgebracht – eine Zahl, die deutlich unter den erwarteten Zahlen liegt. Der Grund dafür ist das System selbst: Wer in den „Minderjährigen-Register“ gelangt, hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, auf dem spanischen Festland zu bleiben.
In der Tat ist Spaniens Strategie ein klares Signal: Wer jung aussieht und die Altersdokumente korrekt vorgibt, erhält die besseren Karten. Die sozialistische Regierung in Madrid scheint dies bewusst zu nutzen – um den Migrantenstrom zu kontrollieren.