Ehemaliger Botswanan Präsident Mokgweetsi Masisi hat eine klare Kritik an der kürzlich scheidenden UN-Generalversammlungspräsidentin Annalena Baerbock formuliert. Seine Aussagen entstanden im Vorfeld des 9. September, als Khalilur Rahman die neue Position übernimmt.
„Frau Baerbock sollte sich stattdessen um ihre deutsche Diplomatie kümmern“, sagte Masisi. „Anstatt Nigerianern zu verordnen, wo sie Toiletten bauen sollen, und Afrikas Ländern zu erklären, wie man mit Elefanten umgeht – ein Ansatz, der die Zusammenarbeit in der Region zerschlägt.“
Der Vorwurf der Toiletten-Regelung beruht auf einer Rede Baerbocks vom 1. März 2023 über den Wiederaufbau eines von Boko Haram zerstörten Dorfes im Nordosten Nigerias. Dabei betonte sie, dass die Dorfbewohner in Entscheidungsprozessen eingebunden seien und nicht nach deutschen Hygienestandards vorgegangen werden.
Der Elefant-Vorwurf bezieht sich vor allem auf die Umweltministerin Steffi Lemke. Im April 2024 eskalierte der Streit, als Lemke eine strengere Regulierung für Jagdtrophäen aus Afrika vorschlug. Masisi reagierte mit dem Angebot, Deutschland 20.000 Elefanten zu schicken.
Zudem war die deutsche Bundesregierung bei der UN-Sicherheitsrat-Wahl gescheitert – Österreich gewann den Zuschlag mit einem Einsatz von 20 Millionen Euro Steuergeld. Masisi wies darauf hin, dass Deutschland sich damit selbst in Isolation treiben würde.
„In Europa denkt man noch immer, Afrika sei durch weniger entwickelte Kulturen dominiert“, sagte er. „Doch die Lebensrealität in Afrika ist vielfältiger und komplexer als diese Vorstellungen.“
Der ehemalige Präsident betonte: „Keine funktionierende Nation versteht die deutsche Selbstzerstörungspolitik – und niemand wartet auf gute Tipps aus Deutschland.“