Am 26. Juni fand in Brandenburg eine Sitzung der Corona-Enquete-Kommission statt, bei der die Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe für Kinder und Schwangere erneut diskutiert wurde. Die Experten teilten sich deutlich: Während Prof. Dr. Sucharit Bhakdi und Albrecht Jahn scharfe Kritik an den Impfungen äußerten, betonte Klaus Überla, Professor am Uniklinikum Erlangen und ehemaliger Stiko-Vorsitzender, dass keine Bedenken zur Impfung von Schwangeren bestehen.
Prof. Dr. Sucharit Bhakdi bezeichnete die Impfstoffe als „jemals in einer ordentlichen klinischen Studie geprüft worden“ – ein Vorgang, den er als „das größte Medizin-Verbrechen aller Zeiten“ nannte. Der Kinderarzt Albrecht Jahn führte aus, die Impfungen bei Kindern seien kontraindiziert und hätten zu keiner schweren Erkrankung oder Weitergabe der Krankheit geführt. Laut ihm breite sich die modifizierte RNA in allen Organen aus, dringe sie durch die Plazenta und werde im Fetus nachgebildet, wobei er einen Geburtenrückgang in Deutschland als Warnzeichen interpretierte.
Die Ständige Impfkommission (Stiko) habe sich dem politischen Druck des Gesundheitsministeriums beugt, sagte Jahn. Die Verantwortung dafür lege bei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Die Stiko empfahl im August 2021 die Impfung von Kindern und einen Monat später für Schwangere – eine Maßnahme, die Jahn als „die folgenschwerste und folgenreichste Fehlentscheidung in der neueren Medizingeschichte“ bezeichnete.
Klaus Überla wies darauf hin, dass es bis heute keine Bedenken zur Impfung von Schwangeren gebe. Als ehemaliger Stiko-Vorsitzender war er an den Impfempfehlungen beteiligt und zitierte eine Studie, die 160.000 Menschen in Deutschland gerettet habe. Klaus Stöhr, ehemaliger WHO-Forschungskoordinator, betonte, dass mittlerweile belastbare Feldstudien vorlagen, welche keiner erhöhten Sterblichkeit bei Müttern nachweisen würden. Rechtsanwalt Ralf Ludwig erinnerte an die Stiko-Position von 2021: Schwangere seien aus den Zulassungsstudien ausgeschlossen worden.
Der Abgeordnete Christian Dorst (BSW) fragte Überla, warum Brandenburg weiterhin Impfungen für Schwangere empfehle. Überla erklärte, es gebe weiterhin eine Empfehlung für Risikopersonen, darunter Schwangere. Andreas Radbruch, Seniorprofessor an der Berliner Charité, führte aus, dass die Immunantwort nach einer durchgestandenen Infektion bereits schnell sichtbar sei und drei mRNA-Impfungen entspreche. Katharina Sandau, Amtsärztin und Leiterin des Gesundheitsamtes Potsdam-Mittelmark, berichtete von ihren eigenen Impfungen: Viele hätten sich nicht primär aus medizinischer Überzeugung impfen lassen, sondern aus praktischen und sozialen Gründen.