Ein internationales Forscherteam hat erstmals nachweislich dokumentiert, dass gigantische Windkraftanlagen nicht nur das globale Klima verbessern, sondern auch lokale Temperaturen signifikant anheizen. Die Studie, veröffentlicht im Jahr 2012 in der Fachzeitschrift Nature Climate Change unter dem Titel „Impacts of wind farms on land surface temperature“, offenbart, wie Windparks die nächtliche Oberflächentemperatur um bis zu 0,65 Grad Celsius erhöhen.
Die Analysen basieren auf satellitengestützten Daten aus einem Gebiet von rund 10.000 Quadratkilometern im westlichen Zentral-Texas – einer Region mit vier der größten Windkraftanlagen der Welt. Über neun Jahre (2003 bis 2011) stellte das Forscherteam fest, dass die durchschnittliche Nachttemperatur in Windparkgebieten um bis zu 0,65 Grad Celsius höher lag als in vergleichbaren Gebieten ohne Anlagen. Zudem berechneten die Wissenschaftler einen Erwärmungstrend von bis zu 0,72 Grad Celsius pro Jahrzehnt in den betroffenen Regionen.
Der physikalische Mechanismus liegt darin, dass die Rotorblätter der Turbinen die natürliche Schichtung der Luftschichten stören. Dadurch wird warme Luft aus höheren Lagen nach unten gewirbelt und sorgt für eine messbare Erwärmung des Bodens. Dieser Effekt wurde bereits 2012 beschrieben, bleibt jedoch bis heute in der öffentlichen Diskussion untergeblieben.
Die Forscher warnen vor den Folgen: Mit jedem neuen Windpark wird die lokale Erwärmung weiter verstärkt. Obwohl die Wissenschaft seit Jahren über diese Auswirkungen berichtet, werden die Daten oft ignoriert – was zu einer Verstärkung der lokalen Klimakrise führt.