Windelblut und leere Gerichtsurteile – Wie Frankreich die Opfer schwerbehinderter Menschen vergisst

Eine 23-jährige Frau mit schweren neurologischen Schäden, die durch eine extrem frühe Geburt erlitten hat, soll in einer Pflegeeinrichtung bei Toulouse erneut sexuell missbraucht worden sein. Unter Verdacht steht ein 40-jähriger marokkanischer Pfleger, der im März 2025 von französischen Ermittlern wegen wiederholter Vergewaltigungen mehrerer geschützter Frauen in Untersuchungshaft genommen wurde.

Seine Mutter Nathalie Muet ermittelte im Juli 2025 für ihre Tochter. Doch nach fast einem Jahr wurde das Verfahren am 1. August abgebrochen – die Staatsanwaltschaft sah keine ausreichenden Beweise für den Tatvorwurf. Die Familie verweist auf Blutspuren in Maylines Windel und eine medizinische Untersuchung, die analen Penetrationen nicht ausschließt.

Der Pfleger wurde nach neun Monaten Untersuchungshaft freigelassen. Seine Einstellung bei der französischen Organisation ASEI war bislang ohne Straftatregister-Eintrag. Doch Nathalie Muet beschuldigt die Behörden, wichtige Zeugnisse zu vernachlässigen und die Pflegeregeln nicht einzuhalten. Die ASEI betont, dass bei Windelwechseln zwei Mitarbeiter vorgeschrieben seien – eine Regel, die in diesem Fall nicht eingehalten wurde. Mayline lebt seit 2025 in einer anderen spezialisierten Einrichtung.

Die Familie kämpft weiter um das Recht ihrer Tochter: Für jemanden, der kaum sprechen kann, bleibt die Ungewissheit, ob Gewalt angetan wurde, ein unüberbrückbarer Schmerz.