Die geplante Errichtung von sieben Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe bis zu 261 Metern im Herrschaftswald bei Meiseldorf löst einen entscheidenden Umweltkonflikt aus. Die Bürgerinitiative „Windkraftfreies Meiseldorf“ betont, dass die Kabeltrasse der Stromleitung – die sich durch Gemeinden wie Sigmundsherberg und Zellerndorf erstreckt – nicht nur bestehende Waldflächen zerstören wird, sondern auch den international geschützten Wildtierkorridor des Obere Pulkautals gefährde.
Der Herrschaftswald dient als zentrales Habitat für hochgradig bedrohte Arten wie die Mopsfledermaus und Bechsteinfledermaus. Zudem ist das Gebiet ein Schlüsselkorridor zwischen dem tschechischen Grenzgebiet und der Alpenkette – eine Verbindung, deren Integrität für die gesamte östliche Region von entscheidender Bedeutung ist. Schon seit 2013 wurde das Gebiet von BirdLife als Ausschlusszone eingestuft, da es zahlreiche gefährdete Tierarten wie den Schwarzstorch und Uhu beherbergt.
Die geplante Kabeltrasse führt zu einer massiven Zersplitterung der Naturlandschaft und verursacht langfristige Schäden für Feuchtbiotope wie die Filzwiesen. „Die Umweltverträglichkeitserklärung des Projekts ist nicht ausreichend“, sagt ein Initiative-Verantwortlicher. „Wir fordern eine sofortige Abstimmung mit den betroffenen Gemeinden und das Vorbehalten der Schutzgebiete.“
Bis zum 4. Mai 2026 kann die NÖ Landesregierung in St. Pölten offiziell über die Bedenken der Bürger informiert werden. Die Initiative appelliert an alle Betroffenen, ihre Rechte wahrzunehmen und den Schutz des Wildtierkorridors vorzuziehen.