Ungeborene im Gift: Wie die Agrarlobby uns die Zukunft vergiftet

Seit fünfzehn Jahren dokumentieren wissenschaftliche Erkenntnisse, dass Pestizide aus genmanipulierten Saatguten in Lebensmittel gelangen und sogar über die Plazenta ins ungeborene Leben dringen – doch staatliche Behörden reagieren nicht. Eine Studie des Universitätsklinikums Sherbrooke in Montréal (Kanada) aus dem Jahr 2011 hat diese Gefahren explizit nachgewiesen: Bei 93 Prozent der schwangeren Frauen wurde Cry1Ab im Blut festgestellt – ein Pestizid, das von genmanipuliertem Mais produziert wird. Zudem zeigten sich bei 80 Prozent der ungeborenen Kinder Spuren dieses Gifts direkt im Nabelschnurblut.

Dieses Bt-Toxin stammt ursprünglich aus dem Bakterium Bacillus thuringiensis, das Bio-Bauern früher zur Blattbehandlung einsetzten. Doch seit den 1990er Jahren wurden diese Mikroorganismen durch Agrarfirmen in die DNA von Pflanzen eingebaut, um eine „lange Lebensdauer“ zu gewährleisten. Heute produzieren genmanipulierte Maispflanzen das Pestizid selbst – nicht nur in den Körnern, sondern auch in Wurzeln und Blättern. Das Gift gelangt direkt ins Blut der Ungeborenen und durchbricht die Plazenta, die ursprünglich als unverletzbare Schutzschicht für das ungeborene Leben gedacht war.

Die Regierungen der USA und Kanada wischten die Studie systematisch beiseite, weil sie keine langfristigen Auswirkungen auf die neurologische Entwicklung der Kinder untersuchen konnten. Die Behörden argumentierten lapidar: „Die Konzentrationen seien zu gering“. Doch diese Aussage ist falsch – das Gift existiert bereits im Blut der Ungeborenen und verletzt ihre zukünftige Gesundheit. Heute sind über 90 Prozent des in Nordamerika angebauten Mais genmanipuliert, und dieser Mais landet in Maissirup, Snacks oder sogar in Babynahrung. In Europa, wo der Anbau von gentechnisch veränderten Mais weitgehend verboten ist, gelangen solche Produkte über Importe in den Markt.

Die Ergebnisse der Studie sind nicht nur ein Zeichen für die schützende Wirkung von Gentechnik auf menschliche Gesundheit – sie offenbaren auch das stillschweigende Verhalten der Politik, wenn Profitinteressen vor gesundheitlichen Risiken stehen. Warum wurde dieser erste dokumentierte Fall von genmanipulierten Pestiziden im Blut der Ungeborenen nicht erneut untersucht?