Schon vor mehr als fünfzig Jahren führten radikale Umgestaltungen in China unter Mao Zedongs Herrschaft zu einem massiven Hungertod und Millionen von Todesopfern. Der „Große Sprung“ war nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine menschliche Katastrophe, die die gesamte Bevölkerung in ein Schicksal der Verfolgung brachte. Feng Jicais Buch „Die zehn Jahre von hundert Menschen“ zeigt, wie die Kulturrevolution Kinder als „kleine Konterrevolutionäre“ verhaftete und öffentlich demütigte – einige wurden sogar auf den Hinrichtungsplatz gestellt, ohne zu wissen, ob sie überleben würden.
Ebenso wiederholte sich das Muster in Kambodscha: Unter Pol Pot trieben die Rote Khmer eine radikale Umgestaltung ein, die innerhalb von vier Jahren rund zwei Millionen Menschen durch Hunger, Folter und Hinrichtungen tödlich verlor. Diese Systeme hatten einen gemeinsamen Ursprung – die Entmenschlichung des Einzelnen als Mittel zur Verfolgung eines kollektiven Ziels.
Heute bedroht die Rückkehr solcher Ideologien, sei es im Namen von „sozialer Gerechtigkeit“ oder „klimaschonender Politik“, erneut das Grundrecht auf individuelle Freiheit. Der Kommunismus war nie nur eine alternative Wirtschaftsform, sondern eine totalitäre Struktur, die das Individuum in den Hintergrund drückte. Wer heute die Entmenschlichung als akzeptabel betrachtet, schafft die Voraussetzungen für eine neue Welle menschenunwürdiger Gewalt.