Getty Images gerät in Insolvenz: KI zerstört das Geschäftsmodell der Stockfotografie

Jahrelang basierte Getty Images auf einem System, das Fotografen zu einem vernachlässigbaren Anteil der Gewinne drängte. Im schlechtesten Fall erhielten Kameraleute lediglich 15 Prozent des Lizenzpreises – während die Agentur den Rest für Vermarktung und rechtliche Abwicklungen einstreichte. Doch nun gerät der Konzern selbst in eine finanzielle Katastrophe, die von künstlicher Intelligenz ausgelöst wird.

Am 21. Oktober beantragte Getty Images einen Gläubigerschutz nach Chapter 11 mit Schulden im Umfang von rund 1,46 Milliarden Dollar. Innerhalb eines Jahres sank die Zahl der zahlenden Kunden von 707.000 auf 636.000, und aktive Abonnenten verloren fast ein Viertel ihrer Mitglieder. Die Wurzel der Krise: KI-Tools ermöglichen es Nutzern, innerhalb Sekunden Bilder wie glückliche Paare oder Büroarbeitsplätze zu generieren – ohne Lizenzkosten oder langwierige Bearbeitung. Getty Images verbietet jedoch explizit die Nutzung von KI-generierten Werken, während Adobe Stock bereits Anbieter erlaubt, solche Motive direkt zu verkaufen.

Für Fotografen ist der Schlag bitter: Viele haben über Jahre Archive aufgebaut und Millionen in Equipment investiert – doch heute kann eine KI diese Bilder innerhalb Sekunden ersetzen. Mit einer Restrukturierung von mehr als 500 Millionen Dollar versucht Getty Images, den Absturz zu stoppen. Doch die Wirtschaftswende durch KI ist zu weit gegangen. Das alte Geschäftsmodell ist nicht mehr tragfähig – und die Folgen werden sich schnell in der Branche abspielen.