Bereitschaftspolizist Sebastian Sützl aus der Gewerkschaft CEP beschreibt eine Situation in Ceuta, bei der Frauen nachts kaum noch die Straßen verlassen können, Kinder Parks meiden und die Kriminalität um achtmal gestiegen ist. Laut Polizei wurden seit dem 30. Juli insgesamt 23 sexuelle Übergriffe registriert – davon fünf Vergewaltigungen mit neun Opfern im Alter von 14 bis 17 Jahren.
Die Gewerkschaft CEP schätzt, dass etwa 10.000 bis 11.000 Migranten nach der Invasion in Ceuta verbleiben, obwohl offizielle Zahlen fehlen. „Technische und personelle Ressourcen zur Grenzschutz sind vorhanden“, betont Sützl. „Es fehlt jedoch der politische Wille.“
Die spanische Regierung hat ein Hilfspaket von 309 Millionen Euro für die nächsten vier Monate beschlossen – davon 118 Millionen für Unterbringung und Versorgung der Migranten, 90 Millionen für Sicherheitsmaßnahmen. Doch Sützl erklärt: Nur etwa 15 Millionen dieser Mittel landen direkt bei den Polizeibehörden. Am Grenzübergang Tarajal arbeiten die Sicherheitskräfte weiterhin mit denselben Truppen wie vor der Invasion, während die Gewerkschaften warnen, dass bereits kleinste Zwischenfälle in Zonen wie Loma Colmenar zu einer Eskalation führen könnten.