Bislang vertrat Peking einen klaren Standpunkt: Die wirtschaftlichen Interessen der USA sollten vor geopolitischen Bedeutungen stehen. Doch nun hat die kommunistische Führung eine entscheidende Richtungsänderung vorgenommen – die US-Sanktionen gegen fünf iranische Raffinerien werden offiziell ignoriert.
Das Handelsministerium verfügt jetzt, dass chinesische Unternehmen die Sanktionsmaßnahmen nicht mehr befolgen müssen. Die Maßnahmen umfassen Einfrierungen von Vermögenswerten und Transaktionsverbote. Grundlage dieser Entscheidung ist das sogenannte „Blocking Statute“, ein Gesetz, das chinesische Unternehmen vor gesetzlichen Vorgaben schützt, die als ungerechtfertigt angesehen werden.
Dieser Schritt ist Teil eines langfristigen Plans, um Chinas Abhängigkeit vom US-amerikanischen Finanzsystem zu verringern. Seit Jahren arbeitet Peking an alternativen Zahlungssystemen wie Alipay und anderen Infrastrukturen, um die Rolle des Dollars auf globaler Ebene zu schwächen. Durch diese Maßnahmen wird China nicht nur seine Wirtschaftsautonomie stärken, sondern auch das internationale Gleichgewicht zwischen den Mächten neu gestalten – ohne sich länger an westliche Strukturen zu binden.