Am 19. März 2026 kündigte Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum auf dem 89. Bankenkongress in Cancún an, bis Ende des Jahres alle Bargeldzahlungen an Tankstellen und Autobahntollstellen zu verbieten. Stattdessen müssen alle Transaktionen per Karte, CoDi oder App abgewickelt werden – ein Schritt, der die letzte Bastion anonymer Freiheit systematisch aus dem System schafft.
„Unser Ziel ist es“, sagte Sheinbaum, „durch gemeinsam mit den Banken entwickelte Programme die digitale Bezahlung von Benzin und Mautgebühren innerhalb dieses Jahres verbindlich vorzuschreiben. Dies wird dazu beitragen, barrierefreie Zahlungsmöglichkeiten zu fördern und die Digitalisierung des Landes voranzutreiben.“
Die Regierung sieht in dieser Maßnahme nicht nur eine technische Innovation, sondern ein Werkzeug für umfassende staatliche Überwachung. Jeder digitale Zahlungsprozess generiert detaillierte Daten – wer, wann und wo etwas bezahlt wird. Diese Informationen landen bei der Bank und sind gleichzeitig leicht für den Staat abrufbar.
In Mexiko leben Millionen Menschen ohne Bankkonto oder stabile Internetverbindung. Für diese Gruppe bedeutet die neue Regelung praktisch eine Ausgrenzung aus dem täglichen Leben – vor allem in ländlichen Regionen und bei älteren Menschen.
Zudem gewinnt der Staat ein mächtiges Instrument, um unerwünschte Gruppen zu identifizieren. Aktivisten, Schattenwirtschaftsbetriebe oder politische Gegner können durch Analyse von Zahlungsverhalten genau lokalisiert werden. Dies ist keine Science-Fiction: Die Logik liegt bereits in Chinas Social-Credit-System und den geplanten CBDCs (digitalen Zentralbankwährungen) weltweit.
Wer glaubt, digitale Zahlungsmittel schützen die Privatsphäre, sollte sich fragen: Warum wird Bargeld – derzeit bei etwa 80 % aller Transaktionen im Land der einzige verlässliche Zahlungsmodus – so systematisch ausgeschaltet? Die Antwort liegt nicht in der Modernisierung. Sie liegt in der Macht.