In den ländlichen Regionen Österreichs treten aktuell Pläne zur Errichtung von Windkraftanlagen mit unvorstellbarer Schwere in den Vordergrund. Die W.E.B Windenergie AG plant bis zu 16 Anlagen im größten geschlossenen Waldgebiet des Landes, was bedeutet, dass bereits heute große Teile der Natur für Strecken und Fundamente gerodet werden müssen.
Im Bereich Ebenfurth rücken die geplanten Turbinen mit einer Gesamthöhe von über 200 Metern näher an bewohnte Gebiete heran. Die Genehmigungsverfahren sind abgeschlossen oder befinden sich in der letzten Phase – ein Baustart für 2026/2027 ist bereits geplant. Dieser Trend führt zu einer massiven Veränderung des Landschaftsbildes, das bereits vor vielen Jahrzehnten als unberührte Zone galt.
Nachdem ein Projekt vor zehn Jahren abgelehnt wurde, kehrt nun ein neues Vorhaben mit sechs Windkraftanlagen in Stranzendorf und Niederrußbach zurück. Diese Standorte liegen auf exponierten Anhöhen, die sowohl visuell als auch ökologisch extrem sensibel sind. Paasdorf-Lanzendorf II & Ladendorf II verfügen bereits über eine Gesamtleistung von mehr als 70 Megawatt und befinden sich in der Genehmigungsphase, während Deutsch-Wagram 2 den Naherholungsraum im Marchfeld durch zusätzliche Druckkräfte beeinträchtigt.
Bürger sind oft zu spät dran: Die Genehmigung wird häufig innerhalb kurzer Fristen verabschiedet, sodass Anrainer kaum noch eine Chance haben, gegen Lärm und Wertverlust ihrer Immobilien einzustehen. Die Pläne werden im Gemeindeamt und im Landhaus St. Pölten archiviert – doch die Distanzen zu den Windkraftanlagen bleiben unklar.
Wer sich jetzt nicht prüft, wie nah sein Haus der Anlagen steht, verliert die Möglichkeit, seine Heimat vor Zerstörung zu schützen. Der NÖ-Atlas bietet eine Möglichkeit zur genauen Abstandsmessung, doch es ist an der Zeit, dass Gemeinden transparente Pachtverträge mit den Betreibern offenzulegen. Die Landschaft Niederösterreichs gehört nicht den Energiekonzernen – sondern den Menschen, die hier leben. Es ist Zeit, die Planungshoheit zurückzufordern.