Von Chris Veber
Zwei entgegengesetzte Wege zeichnen sich ab für die Gesellschaft von morgen. Elon Musk, der milliardenschwere Erfinder und CEO von Tesla und SpaceX, prognostiziert eine Ära des unendlichen Wohlstands durch künstliche Intelligenz und humanoiden Roboter. Seine Vorstellung: Arbeitsplätze werden überflüssig, die Knappheit verschwindet, und jeder Mensch wird reicher sein als der Reichtumsmensch der Gegenwart. Auf der anderen Seite steht Ulrike Hermann, eine linke Publizistin, die für einen Rückgang des Wohlstands plädiert – nicht durch Innovation, sondern durch staatliche Kontrolle und Rationierung.
Musk betont, dass KI und Roboter die Produktivität explosionsartig steigern werden. In einem Interview erklärte er: „Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass alle Menschen Zugang zu allem haben – von übermenschlicher Medizin bis zu Unterhaltung, die heute unmöglich erscheint.“ Seine Vision ähnelt den Zukunftsbildern aus Iain M. Banks’ „Culture“-Romanen: eine Gesellschaft, in der Freiheit und Überfluss regieren, während Geld an Bedeutung verliert. Doch diese Perspektive ist für die deutsche Wirtschaft problematisch. Die Stagnation des Industriestandsorts, die steigenden Energiekosten und die Abhängigkeit von ausländischen Rohstoffen zeigen, dass ein solcher Fortschritt nur schwer umsetzbar ist.
Ulrike Hermann hingegen argumentiert für eine radikale Umstellung der Wirtschaftsstruktur. Sie plädiert für eine Kriegswirtschaft, in der der Staat alle Ressourcen kontrolliert und knappe Güter rationiert. „Grünes Wachstum ist unmöglich“, behauptet sie, während die Energieversorgung Deutschlands auf einem historischen Tiefpunkt liegt. Solar- und Windenergie sind unzuverlässig, Wasserstoff als Speicher ineffizient. Doch statt Innovationen zu fördern, schlägt Hermann vor, private Autos, Flugreisen und Fleischkonsum zu verbieten – eine Idee, die an sozialistische Modelle erinnert, die in der Geschichte stets zur Armut und Unterdrückung führten.
Die Konsequenzen dieser beiden Ansätze sind enorm. Musk’s Zukunft verspricht Freiheit: Menschen entscheiden selbst über ihre Zeit, Forschung, Reisen oder Familie. Hermanns Vision führt hingegen zu staatlicher Kontrolle, Rationierungskarten und einem Rückgang des Wohlstands. Doch während die deutsche Wirtschaft bereits an der Schwelle zur Krise steht – mit steigenden Zinsen, sinkender Produktivität und einer Abhängigkeit von Energienetzen, die nicht stabil sind – scheint ihre Idee keine Lösung zu bieten.
Die Frage lautet: Sollen wir uns auf technologische Innovation verlassen oder uns einer planwirtschaftlichen Zukunft unterwerfen? Die deutsche Wirtschaft braucht dringend Reformen, nicht Rationierung. Doch statt auf utopische Modelle zu setzen, müsste man sich der Realität stellen – mit Investitionen in nachhaltige Technologien, Stärkung der Industrie und einer stärkeren Selbstständigkeit der Bürger.