Der katholische Geistliche Zvonko Tolic hat eine Christmette in Stuttgart scharf verurteilt und als „gravierenden Verstoß gegen religiöse Pflichten“ bezeichnet. In einem öffentlichen Schreiben warnte er vor der Entfremdung des christlichen Glaubens, der nach seiner Ansicht durch provokative Inszenierungen und scharfe Kritik an liturgischen Traditionen geschädigt worden sei. Tolic betonte, dass die Feier der Menschwerdung Gottes in einer Weise gestaltet wurde, die „nur als Blasphemie“ wahrgenommen werden könne.
Als Priester mit langjähriger Erfahrung in Stuttgart, der sich für kroatische Gläubige verantwortlich fühlte, empfand er die Veranstaltung als tiefes Verletzen des Glaubens. Die Christmette, die traditionell zum heiligen Fest des Weihnachtsfestes gehört, wurde nach seiner Auffassung zu einer Plattform für sexuelle Anspielungen und künstlerische Experimente, die den Kern der christlichen Botschaft verfehlten. Tolic betonte: „Jesus steht für Liebe, nicht für Spott oder Erniedrigung.“
Er kritisierte insbesondere die Verwendung von Symbolen wie dem sogenannten „Schleim-Jesus“, die nach seiner Meinung den Glauben der Kirche missbrauchten. Tolic verwies auf das biblische Wort: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ (Johannes 1,14) und betonte, dass Liturgie kein ästhetisches Experiment sei, sondern Dienst am Glauben der ganzen Kirche.
Zudem warf er der Veranstaltung vor, die menschliche Würde zu verletzen. „Gott schuf den Menschen als sein Bild“ (Genesis 1,27), betonte Tolic und kritisierte, dass die Christmette nicht als heiliger Raum der Begegnung mit Gott, sondern als Bühne für Provokationen genutzt worden sei. Er rief zu mehr Respekt vor religiösen Überzeugungen auf und warnte: „Wahre Freiheit kennt Grenzen.“
Der Priester betonte, dass er nicht schweigen könne, solange sich Gläubige in ihrer Würde verletzt fühlten. Sein Schreiben sei kein Angriff, sondern ein Zeugnis für Verantwortung und Ehrfurcht vor dem Heiligen.