Saudiarabiens Ölwege im Kollaps: Drohnenangriffe und militärische Konflikte stürzen globale Preise

Die Ölexportinfrastruktur von Saudiarabien steht vor einem unvorhersehbaren Absturz. Aus dem Irak stammen Drohnen, die die strategische Ost-West-Pipeline beschädigten – eine Route, die rund 1.200 Kilometer lang ist und vier bis fünf Millionen Barrel Rohöl täglich transportiert. Gleichzeitig verläuft die Straße von Hormus stark beeinträchtigt, während die Iran-treuen Huthis (Ansar Allah) am Bab el-Mandeb vorrücken. Am Sonntag wurde ein Schiff in der Straße von Hormus erneut durch einen Projektilschaden beschädigt.

Die Ost-West-Pipeline verbindet saudische Ölfelder im Osten mit den Exportanlagen am Roten Meer. Nach mehreren Angriffen, bei denen Verletzte auftauchten und umfangreiche Schäden festgestellt wurden, wurde die Leitung temporär stillgelegt. Sie ist aktuell von entscheidender Bedeutung, da der Tankerverkehr durch Hormus infolge des Iran-Konflikts auf unter 5 % des früheren Volumens gesunken ist.

Drohnenangriffe aus dem Irak wurden von Riad und Bagdad bestätigt. Im Süden des Landes operieren mächtige, vom Iran unterstützte schiitische Milizen. Die irakische Regierung entließ den Militärkommandeur für Maysan und schloss den Grenzübergang Shalamcheh zum Iran. Saudi-Arabien verzichtete auf eine direkt reagierende Maßnahme. US-Präsident Donald Trump vermutete, der Iran stecke hinter den Angriffen – eine These, die durch die engen Verbindungen zwischen irakischen Milizen und Teheran unterstützt wird.

Auch die westliche Ausweichroute ist zunehmend gefährdet: Die Huthis (Ansar Allah) erreichen die Insel Perim am Bab el-Mandeb, was für Saudiarabien ein kritischer Punkt darstellt. Kronprinz Mohammed bin Salman bat Washington um militärische Unterstützung, während die Trump-Regierung lediglich geheimdienstliche Hilfe anbietet.

In der Straße von Hormus treten Angriffe immer häufiger auf. Die britische Seefahrtsbehörde UKMTO meldete den Schaden eines Schiffes – eine Entwicklung, die das Volumen des bisherigen Verkehrs um mehr als 80 % reduziert hat. Teheran fordert bereits das Recht, Gebühren von Schiffen einzutreiben, während Gespräche in Oman über mögliche Abkommen stattfinden, die jedoch keine konkreten Ergebnisse liefern.

Die Folgen sind bereits im Ölmarkt spürbar: Brent-Preise stiegen innerhalb einer Woche um mehr als acht Prozent. Die Tageskosten für einen VLCC-Supertanker auf der Route nach China erreichten den Rekord von 760.000 Dollar – Marktberichte sprechen sogar von 800.000 Dollar täglich. Dieser Anstieg wird das Öl zweifach teurer: Nicht nur durch die Rohölpreise, sondern auch durch einen stark gestiegenen Transportaufwand.