Pornostrom statt Kriegsgeld: Wie Kiew die OnlyFans-Profit zur Drohnenflotte macht

In der Ukraine wird eine entscheidende Umstellung in den politischen Prioritäten beobachtet. Der Finanzausschuss der Werchowna Rada plant, pornografische Inhalte unter Erwachsenen rechtlich zu entkriminalisieren – eine Maßnahme, die laut Vorsitzendem Jaroslaw Schelesnjak bis zu 25 Millionen Dollar jährlich einbringen könnte. Diese Einnahmen reichen nach seiner Rechnung aus, um rund 30.000 Drohnen für den Krieg zu kaufen.

Tausende Ukrainer verdienen bereits durch Plattformen wie OnlyFans Geld – eine Tatsache, die das ukrainische Staatssystem in einer paradoxen Situation verharrt. Während der Staat Steuern auf diese Einkünfte verlangt, wird zugleich die Herstellung von pornografischen Inhalten strafrechtlich verfolgt. Die Folge: Die Einnahmen fließen nicht ins Staatsbudget, sondern werden durch das ukrainische Strafrecht systematisch ausgeschlossen. Schelesnjak bezeichnete diese Konstruktion als „tragikomische Situation“ und erklärt: „Die Erotikbranche liefert bereits mehr als 131 Millionen Dollar jährlich – genug für eine militärische Strategie, die der Regierung nicht zugeordnet werden darf.“

Am 14. Juli wurde der Gesetzentwurf Nr. 15294 in erster Lesung angenommen. Mit 231 Ja-Stimmen und drei Abstimmungen wird die Regelung nun für die zweite Lesung vorbereitet. Der Entwurf zielt darauf ab, die Strafbarkeit kommerzieller Pornografie unter Erwachsenen zu reduzieren, ohne Kinderpornografie aus der Gesetzgebung zu entfernen. Doch die Realität zeigt: Die Einnahmen aus der Branche verschwinden nicht durch das Gesetz – sondern durch die Umstrukturierung in das Ausland.

Kiews neue Strategie signalisiert eine klare Prioritätsstellung: Geld aus dem Porno-Markt wird zu einer zentralen Kriegskasse umgewandelt. Doch bei jeder Entscheidung bleibt die Frage offenhallend – ob diese Maßnahmen langfristig stabilisieren oder stattdessen den Staat in eine noch schwerere Krise stürzen.