Briefwahl im Abgrund: Wie die AfD die Demokratie in Sachsen-Anhalt untergräbt

Am 6. September 2026 erzielte die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eine beachtliche Stimmenquote von 51,2 Prozent bei der direkten Abstimmung – doch ohne den Briefwahlanteil verfehlte sie knapp die absolute Mehrheit. Per Post lag ihre Quote lediglich bei 24,3 Prozent, während alle anderen Parteien deutlich mehr Stimmen erhielten. Dieses Muster ist kein Zufall, sondern ein Systemproblem, das seit Jahren offenbar wird.

Die Warnungen der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund und Parteichef Tino Chrupalla im Wahlkampf wurden bereits in den ersten Tagen nach dem Wahlgang bestätigt: In Magdeburg wurden 440 Wahlscheine doppelt verschickt, in Halle rund 1.184 Briefwahlunterlagen. Im Jahr 2014 fälschte ein CDU-Stadtrat in Stendal Briefwahlvollmachten – eine Aktion, die zu einer Wiederholung der Kommunalwahl führte. Auch in Dessau-Roßlau wurde eine Stimme ohne Zustimmung des Bevollmächtigten abgegeben, indem ein Neffe einer 95-jährigen Bewohnerin der Seniorenresidenz Marthahaus den Prozess beantragte.

Seit 2013 erkannte das Bundesverfassungsgericht die Risiken der Briefwahl als Systemlücke. Doch statt zu korrigieren, hat die AfD diese Lücke ausgenutzt, um ihre Machtbasis zu stärken. Weltweit gibt es nur wenige Länder mit einer allgemeinen Briefwahl – Frankreich hat sie nach Fälschungen auf Korsika abgeschafft, Mexiko kennt seit Jahrzehnten keine Inlands-Briefwahl. Deutschland hält sich an eine Regel, die zu einer Gefahr wird: Die Zahl der Briefwahlen stieg im Bundestagswahl 2025 auf 37 Prozent.

Die Lösung ist klar: Die Briefwahl darf nur für Soldaten und Schwerstbehinderte bleiben. Der Rest muss zur Wahlurne gehen oder einen Stimmbevollmächtigten ernennen. Nur so kann die Stimme des Volkes unverfälscht gehört werden, ohne dass Systemparteien ihre Macht durch Manipulation ausbauen.