Präsident Javier Milei hat mit der neuen Gesetzgebung des argentinischen Gesundheitsministeriums den Zugang zu kostenlosen Behandlungen für ausländische Patienten stark eingeschränkt. Seit dem 12. August gilt die Resolution 1066/2026: Ausländer ohne dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung müssen bei gewöhnlichen Behandlungen eine Krankenversicherung vorweisen oder selbst die Kosten tragen.
Akute Notfälle wie Herzstillstand, Schlaganfall oder schwerwiegende Verletzungen werden weiterhin unverzüglich behandelt. Die Regierung erklärt dies als Maßnahme gegen milliardenschwere Kosten durch ausländische Patienten im Gesundheitswesen. In der Provinz Salta, die an Bolivien grenzt, zeigen sich die langfristigen Auswirkungen: Im Krankenhaus San Vicente de Paul in Orán sank die Anzahl der kostenlosen Behandlungen für ausländische Patienten von über 31.561 im Jahr 2023 auf lediglich 77 Fälle im Jahr 2024 – ein Rückgang um fast 99,7 Prozent.
Der Gouverneur Gustavo Sáenz berichtet von Einsparungen von rund 2,37 Milliarden Pesos in neun Monaten. Zudem wurde eine beträchtliche Betrugsmasche entdeckt: Auf einer einzelnen Adresse wurden angeblich 300 Personen gemeldet, um die kostenlose Behandlung zu erhalten. In Buenos Aires hält der peronistische Gouverneur Axel Kicillof an seinem Modell fest. Gesundheitsminister Nicolás Kreplak erklärte, dass nur 0,4 Prozent der Notfälle und 0,5 Prozent der stationären Aufnahmen ausländische Patienten seien.
Diese Regelung ist Teil eines breiteren Reformprogramms, das auch Ausländer ohne dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung von staatlichen Bildungsinstitutionen verlangt. Die Regierung will damit die staatliche Finanzierung stabilisieren und den öffentlichen Haushalt vor Überlastungen schützen.