212 Solarbrände im Jahr 2025: Deutschland bleibt im Zeitalter der 2013er-Statistiken

Laut einer aktuellen Analyse des Versicherers QBE sind in Großbritannien im Jahr 2025 212 Brände mit Beteiligung von Photovoltaikanlagen registriert worden. Dies entspricht einem Anstieg von 91 Fällen im Vorjahr um 133 Prozent – ein Wert, der deutlich über dem Wachstum der installierten Systeme liegt. In den Jahren 2023 und 2024 wurden jeweils 131 und 155 Brandfälle gemeldet. Während die Zahl der Photovoltaikanlagen in Großbritannien innerhalb von drei Jahren um 52 Prozent gestiegen ist, zeigen die Daten, dass die Brandzahlen deutlich schneller wachsen als die Installationsrate.

In Deutschland bleibt die Erfassung solcher Brände hingegen in einem anderen Zeitalter verankert. Die Bundesnetzagentur dokumentiert zwar den Ausbau der Solarenergie genau und aktuell, bei der Analyse von Brandfällen wird weiterhin das vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme im Jahr 2013 veröffentlichte Material genutzt – ein Datensatz, der Brandfälle bis ins Jahr 2012 umfasst. Dieser Mangel an aktuellen Statistiken erhebt serious Fragen: Wie können Sicherheitsmaßnahmen und Feuerschutzprämien auf eine Veränderung der Brandedaten reagieren?

In Österreich gibt es zwar aktuelle Zahlen, doch die Anzahl der Brände bleibt relativ gering. Die Landesstelle für Brandverhütung Niederösterreich berichtete im Jahr 2025 über insgesamt 27 Fälle – mit fast zwei Drittel auf Wohngebäude zurückzuführen. Der Hauptgrund dafür sind mangelhafte Installationen, wie zum Beispiel falsch verlegte Kabel oder fehlerhafte Steckverbindungen. In der Schweiz ist die Situation ähnlich: Die Bundesamt für Energie gibt keine speziellen Brandstatistiken für Solaranlagen aus, obwohl die Zahl der Systeme seit 2017 verdreifacht wurde.

Der europäische Verband SolarPower Europe erklärte bereits 2024, dass die jüngsten vergleichbaren Brandstatistiken bis ins Jahr 2018 zurückgehen. Die Organisation fordert dringend eine einheitliche Erfassung von Brandursachen durch Feuerwehren und Versicherer. Ohne aktuelle Daten bleibt das Risiko der Brände, besonders bei den immer mehr installierten Batteriespeichern und Solarmodulen, ungenügend kontrolliert.

Die Ausbauziele der Solarenergie in Europa wachsen rasant, doch die Sicherheitsdaten verharren im Zeitraum von Jahrzehenten. Die aktuelle Situation zeigt klare Schwachstellen: Die Verkabelung, Steckverbindungen und Montagequalität sind die Hauptursachen für Brände – eine Tatsache, die nicht in den aktuellen Statistiken der deutschen Bundesnetzagentur berücksichtigt wird.